Implantataufbau



Implantat Aufbau: Implantatkörper, Abutment, SuprakonstruktionDer Begriff „Zahnimplantat“ wird umgangssprachlich oft uneinheitlich verwendet. Weder versteht man darunter ein fertiges Bauteil in Form eines kompletten künstlichen Zahnes, noch ein Konstrukt aus mehreren Einzelteilen.

Streng genommen wird unter einem Zahnimplantat nur der Implantatkörper verstanden, also lediglich die künstliche Zahnwurzel, die im Kiefer durch Verschrauben eingebracht wird.

Für den weiteren Aufbau auf diesen Implantatkörper stehen nun mehrere Einzelteile zur Verfügung, die nacheinander bei der Behandlung zusammengesetzt und mit dem Implantatkörper als auch untereinander verbunden werden. Die Gesamtheit aller Einzelteile bildet letztlich eine festes Gesamtgebilde, das sich funktional und ästhetisch von einem natürlichen Zahn kaum mehr unterscheidet.

Der Implantatkörper

implantatkoerperDer Implantatkörper stellt die künstliche Zahnwurzel und somit das Fundament des Zahnersatzes dar. Je nach Implantattyp handelt es sich um einen schrauben- oder zylinderförmigen Implantatkörper, welcher in den Kieferknochen in ein vorgebohrtes Loch eingebracht wird. Zylinderförmige Implantatkörper werden bis zur gewünschten Insertionstiefe mittels eines kleinen Hammers händisch eingeklopft, während schraubenförmige Implantate mittels Bohrer oder ebenfalls per Hand in die Tiefe eingedreht werden.

Der Implantatkörper besteht in den allermeisten Fällen aus Reintitan, welches vom Körper sehr positiv aufgenommen und in das umliegende Knochengewebe integriert wird. Abstoßungen sind sehr selten und treten in 1 – 5 % der Fälle auf.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bei Implantatkörpern ist die innere Gestaltung. Hier werden die Hohlkörper– von den Vollkörperimplantaten unterscheiden. Wie die Namen schon sagen, sind Hohlkörperimplantate innen ausgehöhlt und zusätzlich noch perforiert, also mit kleinen Löchern versehen, was den Vorteil bringen soll, dass die Osseointegration gefördert und die Spannung zwischen Knochen und Implantat verringert wird. Jedoch wurde bisher kein Vorteil zu Vollkörperimplantaten, welche im Inneren massiv sind, festgestellt.

Die meisten Implantatkörper besitzen in ihrem oberen inneren Bereich ein Gewinde, sodass hierin der zweite Teil des Implantats – der sogenannte Implantataufbau – verschraubt werden kann.

Der Implantataufbau („Abutment“)

implantataufbau-abutmentDer Implantataufbau ist ein Pfosten aus Titan, Keramik oder neueren Werkstoffen wie Zirkonoxid, der mit Hilfe einer Schraube fest mit dem Implantatkörper verbunden wird. Er dient als Befestigungselement für den späteren Zahnersatz, also dem Teil, der schließlich als eigentlicher Zahn in Form einer Krone, Brücke oder auch Prothese im Mund sichtbar wird.

Da diese Aufteilung zwischen Implantatkörper und –aufbau existiert, spricht man von „zweiteiligen“ Implantaten. Diese bieten den Vorteil, dass der Implantataufbau individuell gestaltet und perfekt den Verhältnissen im Mund (z.B. bei der Achsenausrichtung oder der Krafteinwirkung beim Kauen) durch den Zahntechniker angepasst werden kann.

Die seltener verwendeten „einteiligen“ Implantate bestehen aus einem konfektionierten Verbund beider Einheiten. Sie können bei speziellen Fällen, wie z.B. der Versorgung eines zahnlosen Unterkiefers mit Stegen und darauf aufsitzender Prothese verwendet werden, da sie hier einen stabileren Halt bieten.

Schließlich wird auf dem Implantataufbau der letzte Teil, die sogenannte Suprakonstruktion, aufgebracht.

Suprakonstruktion

implantatskrone-suprakonstruktionDie Suprakonstruktion ist der sichtbare Anteil des Zahnersatzes und stellt sich je nach Ausgangslage in Form einer Krone, Brücke oder Prothese dar. Sie kann durch zwei verschiedene Verfahren mit dem Implantataufbau verbunden werden.

Eine Variante ist das feste Aufzementieren auf dem Implantatpfosten. Dadurch ist die Krone nicht mehr in ihrer Lage veränderbar und muss bei Komplikationen mitsamt dem Pfosten entfernt werden.

Die zweite Variante ist die Verschraubung zwischen Suprakonstruktion und Implantataufbau, was zwar das leichtere Austauschen der Krone möglich macht, jedoch einen instabileren Halt und mögliche Keimbesiedelung an der nicht komplett dichten Verschraubung nach sich zieht.

Beide Verfahren werden in der Praxis angewandt.

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