Implantate aus Keramik



Was sind Keramikimplantate?

Keramikimplantate sind keine Neuerscheinung. Bereits vor über 30 Jahren wurden hiervon die ersten Exemplare eingesetzt, allerdings mit sehr eingeschränktem Erfolg. Der Begriff „Keramikimplantat“ ist etwas irreführend. Mit eigentlicher Keramik hatten sowohl das damals verwendete Aluminiumoxid als auch das heutige Zirkonoxid, bis auf deren Aussehen, nur wenig gemeinsam. Die Werkstoffe ähneln in ihren Materialeigenschaften tatsächlich eher einem Metall als einer Keramik, gelten jedoch gemeinhin als metallfrei. Deshalb treten sie immer wieder in den Fokus, wenn von Titan-Unverträglichkeit oder Allergien die Rede ist und nach Alternativ-Materialien gesucht wird. Obwohl aus diesem Grund die Keramikimplantate im Moment wieder einen Trend erfahren, stellen sie lediglich eine mittelmäßige Alternative zu den bewährten Titanimplantaten dar.

Vor- und Nachteile von Keramikimplantate

Bislang konnten keine allergischen Reaktionen gegen den Reinstoff Titan nachgewiesen werden. Allerdings liegen Titanimplantate oft nicht in Reinform vor, da die Herstellung aufwendig und teuer ist. Legierungsanteile in diesen Verbindungen stehen im Verdacht, bei einigen wenigen Menschen Unverträglichkeitsreaktionen hervorzurufen. Diese zeigen sich wohl bei Zirkonimplantaten nicht, und auch auch Entzündungsreaktionen sollen seltener auftreten. Hierzu existiert jedoch keine überzeugende Studienlage.
Positiv ist die helle, zahnähnliche Farbe der Keramikimplantate, weshalb sie v.a. im Frontzahnbereich eingesetzt werden und somit bei dünnen Schleimhaut- und Knochenverhältnissen nicht dunkel hindurchschimmern. Außerdem sind durch die große Härte und Biegefestigkeit gute Materialeigenschaften gegeben. Hierfür fehlen jedoch ebenfalls praktische Erfahrungswerte.

Nachteile bestehen in einer langen Einheilungsphase von bis zu 6 Montaten, im Vergleich zu 3 Monaten bei Titanimplantaten. Weiterhin ergeben sich Nachteile im Aufbau der Implantate. Sie werden meist als einteiliges System, mit schon vorhandenem Aufbau angeboten. Das erfordert eine exakte Positionierung des Implantates, da im Nachhinein keine Richtungsänderungen mehr vorgenommenen werden können. Verschraub- oder verklebbare zweiteilige Systeme bergen das Risiko einer erhöhten Bruchgefahr und vermehrter Biofilmbildung zwischen den verbundenen Teilen. Außerdem darf das Implantat im Nachhinein nicht beschliffen werden, da auch dies leicht zu einem Bruch führen kann.

Schließlich ist auch die Langlebigkeit von Keramikimplantaten keinesfalls gesichert. Durch ständige Veränderungen und Neuerungen in deren Oberflächenbeschaffenheit ließen sich noch keine Langzeitdaten erheben.

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