Implantat oder Brücke?



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Hat man einen oder mehrere Zähne verloren, steht man vor der Frage, welcher Zahnersatz für einen persönlich die beste Lösung darstellt. Dafür sollte man sich vor Beginn jeder Behandlung folgende Fragen stellen:

Möchte ich alle fehlenden Zähne wieder durch Zahnimplantate mit aufbauenden Kronen ersetzt bekommen, oder genügt mir auch eine einfache Brückenversorgung oder gar ein herausnehmbarer Zahnersatz? Wo liegen die Vor- und Nachteile der einzelnen Behandlungen? Wie viel Geld bin ich bereit, auszugeben?

Wenn man diese Fragen für sich geklärt hat, fällt die Entscheidung auf den passenden Zahnersatz leicht. Deshalb sollte vor jeder Behandlung ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit dem Arzt oder Zahnarzt erfolgen.

Beispielhaft spielen wir das Szenario eines Frontzahnverlustes durch, dass sich auch in oben gezeigter Grafik darstellt.
In solch einer Situation bei sonst gesundem Gebiss, ist die Ursache für den Zahnverlust häufig ein Unfall oder eine Entzündung des Zahnes gewesen. Lag eine Entzündung vor, muss diese erst ausgeheilt sein, bevor man mit der eigentlichen Behandlung beginnen kann. Ist dies geschehen stellt sich nun die zentrale Frage nach dem Zahnersatz: „Brücke oder Implantat?“. Beide Methoden werden im Folgenden durchgespielt.

Versorgung mittels Implantat:

Schaltlücke Einzelimplantate

Die medizinsch sinnvollere und deshalb von den meisten Patienten bevorzugte Lösung ist der Ersatz mittels eines einzelnem Zahnimplantates. Hier kann, nach ausführlicher Diagnostik, entweder schon wenige Stunden nach Zahnverlust implantiert werden (Sofortimplantation) oder man wartet einige Wochen bis Monate, bis das Zahnfach mit Knochen ausgeheilt ist bzw. sich eine eventuelle Entzündung zurückgebildet hat und dann wird implantiert (Spätimplantation). Nach Einheilung der künstlichen Zahnwurzel (Implantatkörper) wird der Aufbau (Abutment) und schließlich der sichtbare Zahnersatz (Suprakonstruktion) – in diesem Fall in Form einer Einzelzahnkrone – am Implantat befestigt und die Behandlung ist abgeschlossen. Lediglich eine gute Mundpflege und halbjährliche Kontrolle des Implantates sind notwendig für einen langjährigen Halt des Implantates.

Vorteile der Implantatversorgung:

✓ Ständige Belastung des Kieferknochens und dadurch Schutz vor Knochenrückbildung (Atrophie)
✓ Langlebiger Zahnersatz – in weit über 90 % der Fälle halten Implantate 20 Jahre und länger
✓ Kein Beschleifen von Nachbarzähnen notwendig, wie es bei der Brücke der Fall wäre
✓ In Funktion und Ästhetik fast kein Unterschied zu einem natürlichen Zahn

Nachteile der Implantatversorgung:

✗ Höhere Kosten: Für diese Behandlung würden Kosten zwischen 1500 € und 3000 € anfallen, je nachdem wie schwierig sich die Ausgangssituation für den Implantologen darstellt
✗ Eventuell ist ein Knochenaufbau notwendig, wenn beispielsweise eine Atrophie schon weiter fortgeschritten ist
✗ Große Erfahrung und Kompetenz seitens des Implantologen ist erforderlich, vor allem bei Implantationen im Frontzahnbereich, da hier die Ästhetik eine herausragende Rolle spielt

Versorgung mittels Brücke:

Verbundbrücke / Hybridbrücke

Für die Versorgung mit Hilfe einer Brücke müssen zuerst die natürlichen Nachbarzähne beschliffen werden, damit die Brücke hier befestigt werden kann. Das ist besonders fraglich, da man gesunde Zähne beschädigen muss, nur damit sie eine Stützfunktion ausüben können. Die abgeschliffene Zahnsubstanz kann sich nicht nachbilden und ist unwiederbringlich verloren.
Die Brücke wird nun an den beschliffenen Zähnen fest zementiert und ist nun nicht mehr veränderbar.

Nach einem anfangs funktionellen und ästhetisch gutem Ergebnis, besteht im Laufe der Zeit die Gefahr, dass sich der Knochen unter dem fehlenden Zahn zurückbildet und eine sichtbare Lücke entsteht, die nicht nur schwer zu reinigen ist, sondern auch ästhetisch, vor allem beim Lachen, negativ auffällt. Nun müsste diese Brücke entfernt und eine neue angefertigt und eingesetzt werden. Beim Entfernen der alten Brücke können die beschliffenen Zähne weiter beschädigt werden und durch weiteren Knochenabbau werden dieselben Probleme in der Zukunft wieder auftreten.

Aufgrund von Fehlbelastungen der beschliffenen Zähne kann es zusätzlich zu Entzündungen des Zahnhalteapparates kommen. Hier muss zuerst die Entzündung behandelt werden und in schweren Fällen auch wieder eine neue Konstruktion gefertigt und eingesetzt werden. Von Vorteil sind die geringen Kosten für die Brücke, die sich je nach verwendetem Material und der Schwierigkeit im Einzelfall zwischen 500 € und 2000 € bewegen. Aber Aufgrund der überwiegenden Probleme stellt die Brückenversorgung nur die zweite Wahl dar.

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