Digitale Volumentomographie (DVT)



DVT steht für „Digitale Volumentomographie“ und hat als neuartiges Röntgenverfahren Ende der 1990er Jahre Einzug in die Zahnmedizin gefunden. Sie verbindet die Vorteile der 2-dimensionalen zahnärztlichen Panorama-Schichtaufnahme (PSA) mit denen der Computertomographie (CT) und bietet daher exzellente diagnostische Möglichkeiten in der Zahnmedizin, der Kieferchirurgie und auch der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO).

Im Gegensatz zu den klassischen Röntgenverfahren handelt es sich bei der DVT um ein 3-dimensionales, digitales Röntgenverfahren, bei dem mehrere hundert Aufnahmen des Kopfes aus verschiedenen Positionen zu einem detaillierten Gesamtbild zusammengesetzt werden. Dieses Bild kann vom Arzt direkt in seiner Praxis angefertigt werden und liegt ihm dann schon nach kurzer Zeit auf dem Computer zur weiteren Beurteilung vor. Weiterhin übt es im Vergleich zu anderen Röntgenverfahren eine nur sehr geringe Strahlenbelastung aus, weshalb es in seinen Anwendungsbereichen der klassischen Computertomographie (CT) weit überlegen ist.

Dennoch hat jedes bildgebende Verfahren Stärken und Schwächen in der Darstellung bestimmter Strukturen und es werden oft mehrere bildgebende Verfahren zur besseren Beurteilung der individuellen Patientensituation zusammenhängend betrachtet. Aus diesem Grund liegt in Zahnarztpraxen und Kieferchirurgien die DVT meist als Kombinationsgerät mit anderen Röntgenvarianten, wie der Orthopantomographie (OPG) oder dem Fernröntgen vor.

Wie funktioniert die DVT?

Die DVT arbeitet, wie auch die CT mit der sogenannten Schichtaufnahmetechnik. Diese ermöglicht es, aus vielen Einzelschichtaufnahmen eine dreidimensionale Rekonstruktion der aufgenommenen Bereiche zu erstellen.
Der Patient kann während der Aufnahme sitzen. Nachdem sein Kopf in die richtige Position eingestellt wird, dreht sich eine Röntgenröhre und ein Bilddetektor einmal um seinen gesamten Kopf herum. Aus diesem einen Umlauf entstehen durch ein kegelförmiges Strahlenbündel 360 bis 400 Aufnahmen, indem die Strahlen das Gewebe treffen, von ihm reflektiert werden und anschließend von dem Detektor erfasst und in einzelne Bilder übersetzt werden. Danach erfolgt die eigentliche Bildrekonstruktion durch den Computer und ermöglicht sowohl die Betrachtung aller Schichten aus jeder beliebigen Richtung als auch des gesamten Bereichs in 3D-Ansicht.

Wann muss ein DVT angefertigt werden?

Früher war das Einsatzgebiet der DVT hauptsächlich auf die Zahnmedizin beschränkt. Sie diente vorrangig der genauen Planung eines implantologischen Eingriffs. Da sie aber vor allem Knochenstrukturen und deren räumliche Nähe zu sensiblen Nachbarstrukturen darstellen kann, existieren heute viele weitere Einsatzgebiete. Dazu zählen z.B. die Visualisierung des knöchernen Zahnhalteapparates zur Beurteilung pathologischer Prozesse, die Bestimmung der genauen Position verlagerter Zähne vor einer Entfernung oder auch die Beurteilung von Kieferhöhlenerkrankungen, Speichelsteinen oder Tumoren. Auch in der HNO wird mittels DVT unter anderem die Kieferhöhle beurteilt, was einen fließenden Übergang zwischen den medizinischen Fachrichtungen darstellt.

Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Die Strahlenbelastung bei der DVT ist im Vergleich zu einem klassischen CT sehr gering und macht nur etwa ein Viertel von ihr aus. Sie beträgt zwischen 221 und 275 µSv (Mikrosievert). Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenexposition in Deutschland liegt mit 2 bis 5 mSv/a (Millisievert pro Jahr) um etwa das 10-fache darüber.
Vergleichbar ist die Strahlenbelastung eines DVT außerdem mit der eines 12 stündigen Fluges, 10 einzelnen Zahnfilmaufnahmen oder 4 Panoramaschichtaufnahmen (PSA).

Was kostet eine DVT-Aufnahme?

Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen derzeit (noch) nicht die Kosten für eine DVT-Aufnahme, da dieses Diagnoseverfahren noch relativ neuartig ist. Aber auch gesetzlich krankenversicherten Patienten wird ein DVT als Selbstzahler-Leistung bei bestimmten Engriffen dringend empfohlen, da es bei nur sehr geringer Strahlenbelastung dem Behandler deutlich mehr Sicherheit und Planungsraum bietet.

Je nach Umfang der Aufnahme muss mit einem Preis zwischen 150 und 300 € gerechnet werden.
Privat versicherte Patienten bekommen die Kosten in der Regel erstattet.

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