Sofortimplantation



Sofortimplantation

Unter einer Sofortimplantation versteht man das Verankern des Implantats im Anschluss an die Entfernung des Zahns – und zwar direkt im leeren Knochenfach. Die prothetische Versorgung kann nach einer gewissen Einheilphase oder unter Umständen noch am gleichen Tag erfolgen. Knochen und Zahnfleisch in der Umgebung des Implantats werden dabei geschont. Das Verfahren kommt in erster Linie für den Ersatz einwurzeliger Zähne in Frage.

All das klingt verheißungsvoll, und daher wünschen sich viele Patienten die Entfernung des Zahns und das Einsetzen des Implantats möglichst im Rahmen einer einzigen Behandlungssitzung. Doch dieses Vorgehen ist bei weitem nicht in jedem Fall geeignet, es birgt sogar erhebliche Risiken: Die Gefahr von Komplikationen und daraus folgendem Verlust des Implantats ist nicht wegzudiskutieren.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass eine Sofortimplantation nur unter sehr speziellen Bedingungen nachhaltig erfolgreich ist. Wann diese Methode wirklich angebracht ist, vermag nur ein sehr versierter und erfahrener Spezialist zu beurteilen – Schnelldiagnosen können fatale Folgen haben!

Wichtige Voraussetzung ist ein absolut entzündungsfreier Mundraum, um spätere Komplikationen zu verhindern. Eine diagnostizierte akute oder chronische Parodontitis – auch wenn sie nur in geringem Umfang besteht – schließt eine Sofortimplantation aus. Ebenso darf das Zahnfach (Alveole) weder verletzt sein noch Entzündungsherde aufweisen. Das gilt auch für die Wurzelspitzen-Region.

Um dem Implantat ausreichende Stabilität zu geben, muss die knöcherne Umgebung um das Zahnfach durchgängig stabil und ausreichend dick sein. Das Zahnfleisch muss ebenfalls gesund sein und die erforderliche feste Substanz aufweisen.