Spätimplantation



Die Spätimplantation ist das klassiche und risikoärmste Implantationsverfahren, in Bezug auf den Zeitpunkt des Eingriffs. Es hat sich in der Praxis durchgesetzt und bis zum heutigen Tag am meisten bewährt. Der Grund dafür ist, dass dem Kieferknochen Zeit gegeben wird, nach einer Zahnextraktion wieder komplett auszuheilen und das Zahnfach des fehlenden Zahnes erneut mit Knochengewebe zu durchsetzen. Das dauert, je nach Individuum, zwischen 6 Wochen und 4 Monaten. In Ausnahmefällen, wo zusätzlich ein ausgedehnter Knochenaufbau erfolgen muss, um genug Platz für das spätere Implantat zu schaffen, kann diese Zeitspanne auch schon mal bis zu 12 Monaten betragen. Diese Zeit kann zusätzlich genutzt werden, um eventuelle Entzündungen des Zahnhaltenapparates oder andere ergebnisbeeinflussende Störfaktoren zu beseitigen.
Ist diese initiale „Heilungsphase“ dann abgeschlossen, sind die besten Voraussetzungen für eine komplikationslose Implantation geschaffen und der eigentliche Eingriff kann beginnen.

Vor- und Nachteile der Spätimplantation:

Der späte Implantationszeitpunkt ist sowohl mit positiven als auch negativen Aspekten behaftet, wenngleich das Gewicht der Vorteile klar überwiegt.
Auf der einen Seite erhöht man die Chance des festen Einwachsens des Implantats um ein Vielfaches und verringert so das Risiko eines frühen Implantatverlustes. Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen, da viele der Frühverluste auf genau dieses falsche Zeitmanagement mit zu früher Implantation zurückgehen.

Wartet man auf der anderen Seite zu lang, kann es sein, dass der Knochen zu sehr an Substanz verliert und ein Knochenaufbau unumgänglich wird. Deshalb sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen und die Erfahrung und korrekte Einschätzung des Implantologen, den richtigen Zeitpunkt zu finden, von herausragender Bedeutung.
Ein weiteres Problem kann sich bei einem Frontzahnverlust ergeben. Hier möchte man als Patient aus ästhetischen Gründen – verständlicherweise – nicht lange darauf warten, bis eine Implantation erfolgen und Zahnersatz eingebracht werden kann. Hier liegt es wiederum am Implantologen, genau zu prüfen, ob eventuell eine Sofort- oder Frühimplantation in Frage kommen kann. Ist nach dessen Einschätzung das Risiko eines Misserfolges zu hoch, sollte auf die bewährte Methode der Spätimplantation zurückgegriffen werden und die Zeit bis zum Eingriff mit provisorischem Zahnersatz überbrückt werden.

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