Distraktionsosteogenese



Knochenaufbau Distraktionsosteogenese

Dieses Verfahren stammt ursprünglich aus der Orthopädie. Dort dient es dazu, etwa zu kurze Unterschenkelknochen nach und nach zu verlängern, indem sie auseinandergezogen werden.

Der Organismus reagiert dabei wie nach einem Knochenbruch: In den Zwischenräumen bildet sich durch die sogenannte sekundäre Knochenbildung neue Knochensubstanz. Die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie hat das Prinzip für den Ausgleich einer zu geringen Knochenhöhe im Kiefer übernommen.

Nach der operativen Durchtrennung des Knochens fixiert der Behandler die beiden Bruchstücke mit einer speziellen Dehnschraube (Distraktor), die durch kontrollierte Spreizung die stetige Bildung neuen Knochengewebes (Kallus) anregt. Das Wachstum beträgt einen Millimeter oder mehr pro Tag, entsprechend wird der Distraktionsspalt angepasst. Der neue entstandene Knochen füllt ihn kontinuierlich aus. Ist die erforderliche Höhe des Kieferknochen erreicht und der Knochen ausgehärtet, kann das Zahnimplantat gesetzt werden.

Distraktionsosteogenese - Drehschraube

Zwischen Einsetzten des Distraktors und Entfernen bzw. Festigung der Knochenstruktur vergehen in der Regel zwölf Wochen. Die Zahnimplantation kann meistens weitere zwei Wochen später erfolgen.