Zahnimplantate und Diabetes mellitus:
Die richtige Einstellung entscheidet

Patienten, die an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) leiden, müssen wegen ihrer Erkrankung nicht auf Zahnimplantate verzichten. »Sind die Blutzuckerwerte gut und stabil eingestellt und kommt eine Infektions­prophylaxe hinzu, ist eine Implantation möglich«, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) e.V. in einer Patienten-Information. Das Risiko, das Implantat zu verlieren, ist dann nicht größer als bei Gesunden.

Ist der Blutzuckerspiegel erhöht, heilen Wunden schlechter. Die Blutgefäße sind bei schlecht eingestellten Diabetikern verengt, die Durchblutung des Gewebes ist gestört. Setzt ein Zahnarzt eine künstliche Zahnwurzel, muss das umgebende Knochengewebe den Titanstift fest umwachsen und sich mit ihm engstens verbinden. Dieser Einheilungsprozess ist entscheidend für die langfristige Stabilität eines Zahnimplantats. Ein weniger durchblutetes Knochengewebe regeneriert sich jedoch schlechter. Auch die Knochenbildung wird durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel beeinträchtigt – das Risiko wächst, dass ein Implantat nicht richtig einheilt. Eingeschränkt ist bei einem Diabetes mellitus auch die körpereigene Immunabwehr gegen Bakterien und andere mikrobielle Erreger. Darum können auch Keime den Einheilungsprozess eines Implantats gefährden.

Vorbehandlung wichtig. Damit ein Zahnimplantat trotz eines Diabetes mellitus einheilen kann, ist es wichtig, dass der erhöhte Blutzuckerspiegel durch eine konsequente Behandlung gesenkt wird und im Normalbereich liegt. »In der sensiblen Einheilungsphase sollte der Blutzuckerspiegel besonders engmaschig überwacht und möglichst konstant gehalten werden« rät die DGI.

Eine professionelle Zahnreinigung, die Desinfektion der Mundhöhle und die Behandlung mit Antibiotika vor der Operation und in der Nachsorge kann die Einheilung unterstützen und beugt einer Entzündung um das Implantat herum (Periimplantitis) vor.

In klinischen Studien schwanken die Verlustquoten bei Diabetikern zwischen 4,0 und 14,5 Prozent. Die Untersuchungen belegen jedoch, dass vor allem die Behandlung mit einem Antibiotikum die Verlustrate auf ein Minimum von 2,9 bis 4,4 Prozent reduzieren kann. Dies entspricht der Verlustrate bei Gesunden.

Quelle
H. Schliephake: Das Risikopotenzial endokrinologischer Veränderungen für den Implantaterfolg – Eine Übersicht. ZZI 2008 24 (4)

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