Zahnersatz reinigen:
Worauf Sie achten müssen

Worauf Sie bei der Pflege Ihres Zahnimplantats achten müssen

Ein korrekt in den Kiefer eingesetztes Zahnimplantat, das mit einer optimal gestalteten, individuellen Krone versorgt wurde, ist selbst für Experten von den „Eigenen“ kaum zu unterscheiden. Der entscheidende Unterschied zwischen Zahn und Implantat betrifft ja die unsichtbare Verankerung im Kiefer. Genau daher kommt der regelmäßigen Reinigung des Zahnersatzes die entscheidende Bedeutung zu – damit die ,Dritten’ auch die Letzten sind.

Richtige Implantatpflege verhindert Bakterienbefall

Der natürliche Zahn steckt mit seiner Wurzel im sogenannten ,Zahnhalteapparat´, der von Zahnfleisch, Haltefasern und Kieferknochen gebildet wird – und guten Schutz vor äußeren Angriffen durch Bakterien bietet. Mit der Entfernung des Zahns geht leider auch der Zahnhalteapparat verloren. Über den festen Halt des Implantats entscheiden nun allein Kieferknochen und Zahnfleisch. Normalerweise wachsen die Knochenzellen zwar so eng an die künstliche Zahnwurzel heran, dass bereits nach einigen Monaten ein höherer Kraftaufwand notwendig ist, ein Implantat zu lösen, als einen Zahn zu ziehen. Allerdings wird der Durchbruch des Implantats in die Mundhöhle nur von locker anliegendem Bindegewebe abgedichtet. Bei schlechter Mundhygiene kann dieses Schnittstelle zum Einfallstor für Entzündungserreger werden.

Elektrische Zahnbürsten pflegen Implantate besser

Generell unterscheidet sich die Pflege von Implantaten nur wenig von der modernen Zahnpflege. Es gilt aber: Elektrische Zahnbürsten arbeiten bei der Entfernung von Plaque gründlicher als Handzahnbürsten. Welche Technik die bestgeeignete für jeden Patienten ist, lässt sich im Gespräch mit dem Spezialisten herausfinden. Auf dem Markt sind Modelle mit rotierend-oszillierender Technik, Schallzahnbürsten und Ultraschallzahnbürsten.

Da jeder Zahn fünf zu reinigende Flächen hat – aber nur drei mit der Bürste erreicht werden – gibt es für die beiden anderen Flächen Zahnseide und entsprechend kleine Bürstchen. Mindestens einmal am Tag sollten damit die Zahnzwischenräume von Nahrungsresten befreit werden – am besten übrigens abends.

Professionelle Zahnreinigung bei Implantat-Nachsorge unerlässlich

Den sensibelsten Bereich bei der Implantatpflege stellt der Übergang zwischen Zahnfleisch und Krone dar. Hier ist eine gründliche Reinigung von entscheidender Bedeutung, damit es nicht zu bakteriellen Belägen kommt, die am Ende zur Entzündung des knöchernen Implantatbetts führen. Es ist ECDI-Standard, Patienten als Implantat-Nachsorge die professionelle Zahnreinigung zu empfehlen. Je nach Bedarf werden bei der so genannten Prophylaxe-Behandlung alle drei bis sechs Monate sowohl alle weichen als auch harten Zahnbeläge sicher und gründlich entfernt.

Individuelle Mundhygiene-Schulung

Ein weiterer Service besteht in der individuellen Mundhygiene-Schulung der Patienten durch die speziell ausgebildeten Prophylaxeassistentinnen. Denn die verschiedenen Zahnersatz-Versorgungen von der Einzelkrone über Brückenkonstruktionen bis zum Implantat-getragenen, herausnehmbaren Zahnersatz stellen auch an die Zahnputztechnik zum Teil individuell stark abweichende Anforderungen.

10 goldene Regeln für die perfekte Mundhygiene bei Zahnimplantaten

1. Putzen – wie oft und wann?

Grundsätzlich: Experten raten zu mindestens zweimal täglichem Putzen, und zwar NACH den Mahlzeiten – das gilt auch für das Frühstück. Zusätzliches Putzen nach dem Mittagessen ist nicht verkehrt.

2. Die richtige Zahnbürste

Handmodelle: Lieber einen kleinen als einen großen Kopf wählen (der erreicht Problemzonen besser), lieber weichere statt harte und dünnere statt dicke Borsten verwenden.

3. Elektrische Zahnbürsten:

Durch ihre rotierenden Bürsten vereinfachen sie die gründliche Reinigung. Auch die Druckgefahr ist geringer. Schallzahnbürsten führen bis zu zehn Mal mehr Bewegungen aus als herkömmliche elektrische Zahnbürsten. Sie besitzen meist weichere Borsten und sind somit auch für Menschen mit empfindlichen Zahnhälsen geeignet.

4. Die richtige Putztechnik: ohne Druck

Wichtiger als ausdauerndes Putzen ist gründliches Putzen: Dabei soll jede Seite jedes Zahns erreicht werden. Nicht pressen, sonst leidet der Zahnschmelz. Mit der elektrischen Bürste arbeitet man sich langsam von Zahn zu Zahn vor. Von Hand: Senkrecht und mit kleinen Kreisbewegungen bürsten, nicht waagerecht. Empfohlene Reihenfolge: erst die Kauflächen, dann Zähne außen, dann innen.

5. Zahnpasta mit Fluoriden für Implantat-Träger

Fluoridhaltige Zahnpasta hilft bei der Kariesverhütung. Die meisten Pasten enthalten Schleifpartikel. Um den Zahnschmelz zu schonen, sollte der auf der Packung genannte sogenannte RDA-Wert (Relative Dentin Abrasion) nicht zu hoch sein (Mittelwert: 60 bis 80).

6. Wenn es eng wird: Zahnseide

Enge Zahnzwischenräume sind heikle Zonen. Zahnseide entfernt dort Speisereste und Zahnbeläge (Plaque). Gewachst oder nicht gewachst? Die persönliche Vorliebe entscheidet. Am besten Abends anwenden. Vorsicht: Das Zahnfleisch dabei nicht verletzen!

7. Mini-Bürsten für Zwischenräume bei Zahnimplantaten

Sie sind in unterschiedlichen Formen und Stärken zu haben, wirken effektiver als Zahnseide, lassen sich aber nicht in jeden Spalt einführen. In solchen Fällen kann Superfloss-Zahnfaden eine Alternative sein.

8. Auf Hygiene achten

Schlecht gesäuberte Zahnbürsten (auch die Minibürsten für die Zwischenräume) sind ideale Nährböden für Mikroorganismen. Daher die Zahnbürste nach jedem Gebrauch gründlich unter fließendem Wasser ausspülen und trocknen lassen. Wenn sich die Borsten verbiegen oder gar ausfransen, eine neue Bürste kaufen!

9. Zungenbelag entfernen

Ein Tummelplatz für Bakterien (und oft Verursacher von Mundgeruch) ist der hintere Zungenbereich. Dessen Beläge lassen sich mit der Zahnbürste meist nicht ausreichend entfernen. Wirksamer sind spezielle Zungenreiniger in der Bürsten- oder Schaber-Variante.

10. Erfrischend wirksam: Mundwasser

Mundwasser schmeckt meist angenehm erfrischend nach Minze, kann aber gegen Plaque nichts bewirken. Fluoridhaltige Lösungen sind nur dann sinnvoll, wenn sie nicht unmittelbar nach dem Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta eingesetzt werden.

Bei Zahnimplantaten professionelle Zahnreinigung empfohlen

Für Menschen mit erhöhtem Karies- und Parodontitis-Risiko ein Muss, für alle anderen sehr empfehlenswert. Die Dentalhygienikerin entfernt dabei Plaque, die die Zahnbürste nicht erreicht hat, und vor allem Zahnstein. Zwei Termine pro Jahr helfen mit, Zahnerkrankungen wirksam vorzubeugen.