Behandlung durch Zahnimplantate mit Schmerzen vermeiden:
der Ablauf bei der Versorgung mit Zahnimplanaten
Zahn raus, Dental-Implantat rein, Krone drauf und sofort in eine Möhre beißen: Dies wäre zwar wünschenswert, ist aber in den allermeisten Fällen nicht zu empfehlen – selbst wenn eine unseriöse Werbung solches verspricht. Niemand käme auf die Idee, mit einem gebrochenen Bein ohne Schiene und Gipsverband herumzulaufen, so lange der Knochen nicht verheilt ist. Auch ein Dental-Implantat muss zunächst fest mit dem umgebenden Kieferknochen verwachsen, wenn es – der natürlichen Zahnwurzel ähnlich – als sicherer Pfeiler die enormen Kaukräfte des Kiefers aushalten soll. Und dies dauert mindestens acht Wochen.
Wer verlorene Zähne durch Zahnimplantate ersetzen will, braucht daher Geduld und Zeit. Gleichwohl können Patientinnen und Patienten nach der Implantation bald wieder lächeln. Provisorische Versorgungen im Vorfeld zu den definitiven Dental-Implantaten, die den eigenen Zähnen sehr ähnlich sehen, sind sofort möglich.

Gute Planung wichtig
Eine gründliche Befunderhebung sowie eine umfassende Untersuchung – auch mit bildgebenden Verfahren – liefern die Basis des Therapieplans und sind die Basis für eine erfolgreiche Behandlung mit Zahnimplantaten. Dazu gehören neben der zahnmedizinischen Untersuchung etwa Röntgenaufnahmen, falls nötig auch eine Volumen- oder Computertomographie. Die gründliche Planung von Implantation und prothetischer Versorgung mit Dental-Implantaten – in der Regel mit Computerunterstützung – schließt sich an. Wichtig aus Sicht des Patienten ist darüber hinaus die weitestgehende Vermeidung von Schmerzen bei dem Setzen von Zahnimplantaten und danach.
Die Behandlung mit Zahnimplantaten ist immer individuell
Welche Versorgung in einem individuellen Fall sinnvoll und möglich ist, ergibt sich auf der Grundlage der Diagnostik. Oft bestehen verschiedene Möglichkeiten, die etwa von der Art des geplanten Zahnersatzes abhängen. Auch die individuelle Qualität und Quantität des Kieferknochens sowie die Belastung eines Dental-Implantates spielen eine Rolle.

Sofortimplantation nur selten möglich
In unkomplizierten Fällen kann ein Behandlung mit Dental-Implantat sofort nach der Zahnextraktion eingesetzt werden. Doch schon eine leichte Entzündung verhindert dies. In den meisten Fällen vergehen zwischen Extraktion und Implantation sechs bis acht Wochen, die häufig auch für andere vorbereitende Maßnahmen erforderlich sind. Diese „verzögerte Sofortimplantation“ wird inzwischen von den meisten Experten befürwortet. Auch eine „Spätimplantation“, bei der Monate zwischen Zahnextraktion und Implantation vergehen, kann jedoch in vielen Fällen erforderlich sein.
Die Behandlung vor der Implantation
Grundsätzlich müssen vor einer Zahnimplantation von Dental-Implantaten kariöse Zähne, Zahnbett- und Zahnfleischerkrankungen behandelt werden, um den Erfolg einer Implantation nicht zu gefährden. Um ein Dental-Implantat sicher im Kiefer zu verankern, ist in vielen Fällen ein Knochenaufbau („Augmentation“) zwingend erforderlich. Dies ist der Fall, wenn der Kiefer etwa aufgrund langjähriger Zahnlosigkeit geschrumpft oder der Knochen zu dünn ist. Auch die Knochenqualität entscheidet mit darüber, welche Vorbehandlung nötig ist. Um das Implantatbett „aufzupolstern“, genügen mitunter Knochenspäne, die bei der Implantation gewonnen werden. Manchmal sind aber auch umfangreichere Aufbauarbeiten erforderlich. Dann kommen Knochenersatzmaterialien ergänzend zum Einsatz. Bei großen Defekten kann die Transplantation von körpereigenem Knochen erforderlich sein.
Ambulanter Eingriff
Die eigentliche Implantation der Dental-Implantate erfolgt zumeist ambulant. In den meisten Fällen genügt eine örtliche Betäubung. Allerdings können bei längeren Eingriffen eine so genannte Analgosedierung (Dämmerschlaf) oder eine Vollnarkose hilfreich sein. Dadurch werden bei Zahnimplantaten Schmerzen im Rahmen der Implantation vollkommen ausgeschlossen. Bei dem Eingriff öffnet der Behandler die Schleimhaut über dem Kiefer und bereitet mit Spezialbohrern den Knochen für die Aufnahme der Implantate vor. Das Verankern eines Dental-Implantats dauert – vom ersten Schnitt bis zum Vernähen der Wunde – selten länger als eine Stunde. In manchen Fällen setzen die Implantologen inzwischen auch minimalinvasive Verfahren ein. Diese reduzieren den chirurgischen Schnitt: Das Implantat wird durch das Zahnfleisch hindurch direkt in den Kiefer gepflanzt. Und ohne bei Zahnimplantaten Schmerzen durch die Narkose bzw. die Eingriffsart verursacht werden.
Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung mit Zahnimplantaten
In der Regel lassen sich Implantationen weitgehend risikolos durchführen, so dass keine oder nur geringe Operationsfolgen zu erwarten sind bzw. Sie im Nachgang bei Zahnimplantaten keine Schmerzen zu befürchten sind. Dieses hängt aber sehr von den individuellen Bedingungen des Einzelfalles ab. Darum führt der Arzt mit dem Patienten vor dem Eingriff ein individuelles und umfassendes Aufklärungsgespräch. Grundsätzlich gilt: je größer die Erfahrung und das operative Geschick des Implantologen, desto geringer das Risiko eines Misserfolgs und je weniger Schmerzen nach der Zahnimplantation (wenn überhaupt Zahnimplantat-Schmerzen auftreten).
Die sofortige Belastung des Implantats ist nur selten möglich
Wird ein Dental-Implantat in der Einheilphase zu stark belastet, sind Probleme programmiert. Eine feste Verbindung kann das Implantat mit dem umgebenden Knochen nur eingehen, wenn es in dieser Zeit möglichst nicht „gestört“ wird. Darum wird der provisorische Zahnersatz zumeist so gestaltet, dass das Dental-Implantat gut einheilen kann. Nur bei einem zahnlosen Unterkiefer und in wenigen Ausnahmefällen gibt es Versorgungsmethoden, die eine sofortige volle Belastung ermöglichen.


