Einzelzahnlücke



Benötigen Sie ein Zahnimplantat oder haben Fragen zur Einzelzahnlücke?

Einzelzahnimplantat

Die Gründe für den Verlust einzelner Zähne sind vielfältig. Häufige Ursachen sind Karies oder Entzündungen infolge ungenügender Mundhygiene, unfallbedingte Traumata – besonders im Frontzahnbereich, oder erfolglose Zahnerhaltungsversuche durch Wurzelkanalbehandlung oder Wurzelspitzenresektion. Ist ein Zahn verloren gegangen, sollte dieser zeitnah ersetzt werden, selbst wenn es aus ästhetischen Gründen nicht unbedingt notwendig erscheint. Der Grund ist, dass die notwendige Abstützung für dessen Nachbarzähne und gegenüberliegenden Zähne fehlt, wodurch diese in die Lücke „wandern“ können. Die Folge ist, dass der ursprüngliche Biss nicht mehr hergestellt werden kann und es zu Früh- und Störkontakten der Zähne untereinander mit Schädigung ihrer Zahnhartsubstanz kommt. Weiterhin wird durch die Fehlstellung und Fehlbelastung der Zähne die Entstehung von Karies und Entzündungen stärker begünstigt.

Um das zu verhindern und den einzelnen fehlenden Zahn zu ersetzen wird häufig die Einzelzahnimplantation angewandt. Sie macht ca. 20 % aller Zahnimplantationen aus und ist damit einer der häufiger vorgenommenen kieferchirurgischen Eingriffe.

Bei diesem Verfahren wird die Lücke mit einem einzelnen Implantat plus Aufbau und Krone versorgt. Der große Vorteil im Gegensatz zu einer Brückenversorgung besteht darin, dass keine Nachbarzähne beschliffen werden müssen und auch kein Knochenrückgang zu erwarten ist, da dieser durch permanente Kaubelastung vor dem Abbau geschützt wird.

Ablauf der Behandlung

Wie bei jeder Zahnimplantation wird zunächst – nach einer Vorbohrung – die wurzelbildende Implantatschraube (Implantatkörper) im Kieferknochen verankert. Hier ist es wichtig, dass das Implantat einen ausreichenden Abstand zu den Wurzeln der Nachbarzähne besitzt und diese nicht beschädigt. Nach mehrmonatiger Einheilungsphase wird nun der Implantataufbau am Implantatkörper und anschließend die Krone am Implantataufbau befestigt.

Implantat mit Zahnkrone

Bei der Befestigung der Krone gibt es zwei Varianten, die beide in der Praxis angewandt werden. Sie kann entweder mit Hilfe einer kleinen Schraube am Implantataufbau befestigt werden oder aber fest am Implantataufbau einzementiert werden.

Zweitere Variante ist in den letzten Jahren gängigere Praxis geworden, da sie eine sehr stabile Verbindung zwischen Implantat und Krone bietet und weniger zeit- und kostenintensiv ist. Außerdem kann der Schraubenkanal durch die Krone nach außen sichtbar sein und bietet – gerade im Frontzahnbereich – ästhetisch nicht das beste Ergebnis. Der Nachteil des Zementierens ist jedoch, dass nachträgliche Änderungen an der Krone oder das Austauschen der Krone aufgrund von eventuellen Materialschäden nur durch Entfernen des gesamten Aufbaus möglich wird. Bei der verschraubten Variante lässt sich die Krone schnell lösen und ersetzen.

Seitenzahnimplantat

Seitenzahnimplantat

Die Seitenzähne unterliegen beim Kauen sehr großen Kräften. Deshalb muss in diesem Bereich besonders auf Stabilität durch eine ausreichende Dicke des Implantates geachtet werden. Implantate unter 4 mm Durchmesser sollten hier nicht verwendet werden, da die Bruchgefahr des Implantates oder der Befestigungsschraube sehr groß ist.

Da heutzutage oft zweiteilige Implantate verwendet werden – Implantatkörper und -aufbau sind zwei einzelne, zu verschraubende Teile – lässt sich prinzipiell das Material des Aufbaus (z.B. Keramik oder Titan) frei wählen. Außerdem kann der Aufbau entweder individuell oder konfektioniert (serienmäßig gefertigt) hergestellt werden. Die Voraussetzung für konfektionierte Aufbauten ist ein in der Achsenausrichtung perfekt gesetztes Implantat, damit es später nicht zu Fehlbelastungen kommt, die bei solch hohen Kaukräften enormen Schaden anrichten können.

Aufgrund dieser Schwierigkeiten wird bei den Aufbauten im Seitenzahngebiet oftmals auf individuelle, stabile Titanpfosten zurückgegriffen, die schließlich mit der Krone verklebt werden. Bei einer verschraubten Lösung werden Krone und Pfosten in einem Stück gefertigt und mittels einer in die Krone eingelassenen Schraube mit dem Implantatkörper verschraubt.

Eine relativ neue Methode stellt die CAD/CAM-Technik dar. Sie erlaubt es, die Krone oder den Aufbaupfosten direkt in der Praxis von einer Maschine fräsen zu lassen. Hierfür werden digitale Aufnahmen aus dem Mund des Patienten an einen Computer geschickt, an dem dann in kürzester Zeit ein virtuelles Modell der einzusetzenden Arbeit entworfen und mittels angeschlossener Fräse angefertigt werden kann. Das kann Zeit und Geld sparen, ist aber häufig noch zu ungenau und erfordert viel Erfahrung seitens des Behandlers.

Frontzahnimplantat

Frontzahnimplantat

Die Implantation im Frontzahnbereich ist eine der anspruchvollsten Aufgaben des Implantologen, da hier die Ästhetik eine herausragende Rolle spielt. Das bedeutet, dass die Krone so natürlich wie möglich aussehen muss, der Übergang zwischen Krone und Implantat im besten Fall nicht sichtbar ist und das Implantat mit seinem Aufbau nicht gräulich durch das Zahnfleisch schimmern darf. Weiterhin kann die Situation durch folgende Faktoren ungemein erschwert werden.

1. Der Patient weist eine hohe Lachlinie auf.

Das bedeutet, dass beim Lächeln die Frontzähne und deren Übergang zum Zahnfleisch komplett sichtbar sind und nicht von der Lippe überdeckt werden. Hier muss besonders auf natürliche Zahnfarben und unsichtbare Übergänge zwischen Zahn und Zahnfleisch geachtet werden.

2. Das Zahnfleisch im Bereich des fehlenden Zahnes ist sehr dünn.

Dadurch kommt es einerseits zu erhöhter Transparenz und somit vermehrtem Durchschimmern des Implantates und zum anderen zu schnellerem Knochenabbau unter der dünnen Zahnfleischoberfläche.

3. Der Zahnfleischverlauf ist „girlandenförmig“.

Hiermit meint man einen stark gewölbten Zahnfleischverlauf, der sich sehr tief in die Papillen und sehr hoch zum Zahnhals zieht. Hier ist die Voraussetzung für ästhetisch optimale, zahnfarbene Übergänge erschwert.

4. Das Knochenangebot in diesem Bereich ist vermindert.

Dies kann der Fall sein nach vorangegangener Wurzelspitzenresektion, langjährigem Zahnverlust oder dünnem Zahnfleisch. Der Knochen gibt die spätere Kontur des Zahnfleisches in diesem Bereich wieder. Ist er nicht ausreichend vorhanden kann vor der Implantation ein Knochenaufbau notwendig werden.

In Fällen, wo viele dieser Faktoren zusammenkommen, sollte man unbedingt auf einen Implantologen mit langjähriger Erfahrung in diesem Gebiet setzen.
Da vor allem bei der Frontzahnimplantation das dunkle Druchscheinen des Implantates vermieden werden soll, werden Keramikimplantate und Keramikaufbauten aus einem speziellen, widerstandsfähigen und gut verträglichen Material namens Zirkonoxid angeboten. Auch diese Aufbauten können konfektioniert oder individuell hergestellt gewählt werden und gerade Keramikimplantate haben aufgrund technischer Weiterentwicklungen in jüngster Zeit eine Art Renaissance erfahren und werden wieder vermehrt angeboten und im Frontzahnbereich erfolgreich implantiert.

Mini-Implantat im Unterkiefer

Für fehlende Unterkieferfrontzähne wird oft auf die sogenannten Miniimplantate zurückgegriffen, da sie für die schmaleren Lücken im Unterkieferfrontzahnbereich besser geeignet sind. Mit ihrem geringen Durchmesser kann ein zu geringer Abstand zu den Wurzeln der Nachbarzähne mit einer eventuellen Schädigung vermieden werden.

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