Orthopantomographie (OPG)



Ein Orthopantomogramm (OPG) oder auch Panoramaschichtaufnahme (PSA) genannt, ist ein spezielles dentales Röntgenbild, das eine Übersicht aller Zähne in Ober- und Unterkiefer inklusive angrenzender Strukturen, wie Kieferhöhlen, Kiefergelenke, Nerven oder Knochen abbildet. Außerdem lässt sich auch der seitliche Halsbereich darstellen, wo die großen Halsschlagadern z.B. auf etwaige Verkalkungen hin beurteilt werden können.

Die OPG hat sich zu einem wichtigen Standardverfahren in der dentalen Radiographie entwickelt und ist in vielen zahnmedizinischen und kieferchirurgischen Praxen vorhanden.

Wie funktioniert ein Orthopantomograph?

Der Patient begibt sich in stehender Position in die Mitte des Gerätes. Anschließend beißt er mit den Frontzähnen in ein Mundstück und der Kopf wird fixiert. Diese Maßnahmen verhindern durch Bewegung verursachte Verwackelungen des späteren Bildes. Weitherhin muss sich der Patient an zwei Griffen am Gerät festhalten, damit ein fester Stand garantiert wird. Durch spezielle Einstellungen kann die OPG auch bei Rollstuhlfahrern eingesetzt werden.

Die Bilderzeugung gelingt durch zwei Bestandteile, die Röntgenröhre zum Aussenden der Strahlen und die Aufnahmeeinheit, bestehend aus einem digitalen Sensor oder einer Filmkassette, die die Strahlen registriert. Wenn die Aufnahme beginnt, fährt die Aufnahmeeinheit halbkreisförmig um den Kopf des Patienten herum. Gleichzeitig umfährt die Röntgenröhre den Kopf in entgegengesetzter Richtung und sendet ein Strahlenbündel aus, welches die Kieferabschnitte passiert, durchleuchtet und von der gegenüberliegenden Aufnahmeeinheit empfangen wird. Durch die Bewegung der beiden Einheiten werden einzelne Bilder in verschiedenen Positionen erzeugt, die schließlich durch den Aufnahmesensor zu einem Gesamtbild zusammengefügt und digitalisiert werden. Das fertige Bild kann am Computer ausgewertet, bearbeitet und archiviert werden. Man spricht deshalb auch von digitalem Röntgen. Es muss nicht, wie früher üblich, ein langwieriger chemischer Entwicklungsprozess zum Darstellen der Bilder durchlaufen werden, sondern sie sind sofort am PC abrufbar. Das digitale Röntgen hat sich als Standard in heutigen Arztpraxen durchgesetzt.

Wann muss eine OPG angefertigt werden?

Ein OPG wird in erster Linie für Übersichtszwecke angefertigt. Hier kann sich der Arzt ein erstes Bild von der Gesamtsituation des Gebisses und angrenzender Strukturen machen und erste mögliche Anomalien, wie verlagerte Zähne, Zahnfleischentzündungen, Knochenatrophien, aber auch Gefäß- oder Nervveränderungen oder Schwellungen der Kieferhöhlenschleimhaut, erahnen. Deshalb steht dieses Verfahren auch immer relativ am Anfang der Diagnostikkette. Benötigt der Arzt mehr Detailinformation, entweder zur genaueren Darstellung eines Befundes oder zur Operationsplanung, reicht das OPG nicht aus und es wird ein 3-dimensionales DVT (Digitale Volumentomographie) angefertigt.

Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Die OPG stellt ein sehr schonendes Röntgenverfahren dar und fügt dem Körper nur eine geringe Strahlenbelastung zu, weshalb sie unter strenger Indikation auch bei Schwangeren angewendet werden darf. Die Strahlenbelastung ist ungefähr vergleichbar mit der einer 4-stündigen Flugzeugreise und beträgt zwischen 10 und 26 µSv (Mikrosievert). Das entspricht außerdem der natürlichen Strahlenexposition in einem Jahr in Deutschland.