Minimal-invasiv bedeutet in der Medizin, speziell in der Chirurgie und damit auch bei Eingriffen im Mund-Kieferbereich, ein geringeres Eindringen von Instrumenten und kleinere Schnitte ins Gewebe als bei der konventionellen offenen Operationsmethode. Gängig ist in diesem Zusammenhang auch der Begriff „Mikro-Zahnmedizin“: Die Eingriffe werden oft mit Hilfe von Endoskopen und optischen Vergrößerungssystemen wie etwa spezieller Mikroskope durchgeführt. Das gesunde Gewebe oder die gesunden Zähne in der Umgebung der Operationswunde werden so geschont.

„Ein nachgewiesener Vorteil für den Patienten ist eine geringere Schwellung und weniger postoperative Schmerzen“, erklärt der Kasseler Kieferchirurg Prof. Dr. Dr. Henrik Terheyden. Auch die Diagnostik bedient sich neuer Verfahren, indem vor einer Operation dreidimensionale Röntgenbilder (DVT) eine genaue Planung mit Übertragung der Kiefersituation in Computerplanungsprogramme ermöglichen. So können Zahnimplantate zielgenau gesetzt werden, auch wenn das Weichteil im Rahmen minimalinvasiver Eingriffe nicht abgeklappt wurde.

Die minimalinvasive Behandlung setzt beim Operateur eine große Erfahrung voraus. Wenn er auf kleinem Raum sicher navigieren will, sollte er auf jeden Fall auch die offene konventionelle Operation beherrschen, um bei Problemen auf diese Technik umschwenken zu können.

Die minimalinvasive Operationstechnik hört sich für den betroffenen Patienten attraktiv an. Keinesfalls sollten aber, nur um minimalinvasiv arbeiten zu können, Kompromisse bei den Grundforderungen der Implantologie gemacht werden. Unter anderem sollte ausreichend Knochen vorhanden sein, um die Implantate sicher zu stabilisieren.

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