Der Wunsch nach schmerzfreier Behandlung ist eine Selbstverständlichkeit. Ihn zu erfüllen, erfordert vom Arzt allerdings nicht nur das Beherrschen der einschlägigen Techniken und Methoden, sondern auch Einfühlungsvermögen und ein Gespür für die individuellen Bedürfnisse des Patienten.

Unablässlicher Standard ist auch die gründliche Vorbereitung durch die Anamnese (Gespräch mit dem Arzt über die Vorgeschichte des Patienten, Erkrankungen, Allergien, Medikamenteneinnahme etc. sowie Ausfüllen des Fragebogens).

Um die richtige Kombination aus Beruhigung und Schmerzausschaltung zu erreichen, muss der Arzt dann gemeinsam mit dem Patienten Behandlungsumfang und Behandlungsziel festlegen. So wird vermieden, dass bei auftretenden Komplikationen die Behandlung abgebrochen werden muss, weil das gewählte Verfahren nicht geeignet ist. Bei komplizierter Behandlung im Zahn-, Mund- und Kieferbereich ist die derzeit sicherste Methode der kontrollierten Schmerzausschaltung die intravenöse Allgemeinanästhesie, die sogenannte Vollnarkose.

Moderne Vollnarkose: total intravenöse Anästhesie (TIVA)

Die herkömmlicheVollnarkose erforderte nicht nur die Beatmung des Patienten über einen Schlauch in der Luftröhre, sie wurde auch mit Narkosegasen durchgeführt und war entsprechend schwer steuerbar. Diese Art der Vollnarkose wird heute zunehmend durch modernere Anästhesiemethoden ersetzt, die insbesondere bei Behandlungen in der Zahn- und Kieferheilkunde und der Implantologie eine ganze Reihe von Vorteilen bieten. Die Verfahren bedienen sich der intravenösen Sedierung und Anästhesie. Auf einen Schlauch in der Luftröhre, den sogenannten Tubus, kann häufig verzichtet werden. Stattdessen wird ein Ballon im Rachenbereich platziert, der die Atemwege sichert.

Das Verfahren wird auch als total intravenöse Anästhesie (TIVA) bezeichnet. Es ist im Gegensatz zu der herkömmlichen Vollnarkose ausgezeichnet steuer- und kontrollierbar. Während des gesamten Eingriffs lässt sich durch Elektroden, die auf der Stirn des Patienten angebracht sind, der Narkosegrad jederzeit exakt kontrollieren. So wird vermieden, dass die Betäubung intensiver ist, als sie eigentlich sollte – oder dass sie zu gering wirkt und das Risiko des Aufwachens besteht. Das Komplikationsrisiko bei dieser Anästhesiemethode liegt bei weniger als 1:250 000.

Vollnarkose für Angstpatienten

Diese Verfahren kommen immer dann zum Einsatz, wenn der bevorstehende Eingriff lange dauert oder aufwändig ist und dem Patienten in örtlicher Betäubung nicht zuzumuten ist. Natürlich sind sie auch hervorragend für sehr ängstliche Patienten geeignet.

Lachgas und Tiefe Sedierung ( Dämmerschlaf )

Seit einigen Jahren erlebt die Lachgasbehandlung auch in Deutschland eine Renaissance. Durch moderne Geräte lässt sich mit Lachgas auch für einen längeren Zeitraum eine recht sichere Beruhigung erzielen. Die gleichzeitige Schmerzausschaltung ist durch Lachgas allerdings nicht sichergestellt und variiert von Patient zu Patient erheblich. Es wird zum Beispiel für oberflächliche Zahnbehandlungen bei ängstlichen Kindern gerne von Kinderzahnärzten eingesetzt.

Um bei kieferchirurgischen und implantologischen Eingriffen eine sichere Beruhigung und Schmerzbefreiung zu erreichen, erfolgt häufig die intravenöse Analgosedierung, der so genannte Dämmerschlaf.

Diese Methode, die auch von Menschen mit Zahnarztangst zunehmend nachgefragt wird, kombiniert die örtliche Betäubung mit einem schlafähnlichen Zustand, der durch die Gabe von Medikamenten herbeigeführt und gesteuert wird. Dabei erhält der Patient durch den Anästhesisten ein intravenös zugeführtes Beruhigungsmittel sowie die normale lokale Anästhesie im Behandlungsumfeld.

Zusätzlich kann auch ein Schmerzmittel intravenös verabreicht werden. Nach etwa 30 Sekunden wirkt die Maßnahme. Während des gesamten Eingriffs wird das Herz-Kreislaufsystem permanent überwacht. Besonderer Vorteil: Der Patient muss nicht beatmet werden.

Lokalanästhesie, die örtliche Betäubung

Das Standardverfahren für kleinere Eingriffe und Behandlungen, die örtliche Betäubung, schaltet die Schmerzrezeptoren in der unmittelbaren Umgebung der Behandlungsstelle oder auch in ganzen Kieferabschnitten aus. Die Lokalanästhesie empfiehlt sich daher nicht nur bei Füllungen oder Überkronungen. Auch das Setzen von Implantaten oder das Entfernen von Zähnen kann in vielen Fällen problemlos und schmerzfrei unter dieser Betäubung durchgeführt werden. Lästige Begleiterscheinung kann das die Behandlung überdauernde, anhaltende Taubheitsgefühl sein, das in der Regel jedoch bald verschwindet.

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