Gerade, harmonische Zahnreihen sind optisch und gesundheitlich von großem Vorteil – jedoch liegen bei der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung Kieferfehlstellungen oder Platzmangel vor, sodass das Gebiss sich nicht von allein mustergültig ausbildet. Das kann nicht nur zu unschönen, schiefen Zähnen führen, sondern auch zu gesundheitlichen Problemen wie Karies oder einer eingeschränkten Kaufunktion.

Um das Gebiss zu begradigen, ist eine Zahnspange das Mittel der Wahl, und zwar sowohl bei Kindern als auch im Erwachsenenalter.

Feste und lose Zahnspangen

Feste Zahnspange

Die hierzulande verbreitetste Therapie, um Zahnfehlstellungen zu korrigieren, ist die Behandlung mit einer festen Zahnspange. Manchmal ist sie sogar die einzige hilfreiche Lösung, um schwerwiegenden Fehlstellungen Herr zu werden.

Lose Zahnspange

Hingegen können auch herausnehmbare, lose Zahnspangen hilfreich sein, wenn Zähne mehr Platz brauchen, Lücken geschlossen werden oder der Kiefer gedehnt werden soll. Lose Zahnspangen bestehen aus einer auf einem individuellen Abdruck basierenden Kunststoffform und liegen akkurat an Kiefer und Zähnen an. Die lose Spange wird mit Edelstahldraht an den Zähnen befestigt, die die Korrektur unterstützen. Weil spezielle kieferorthopädische Schrauben zur Spange gehören, kann deren dehnende und formende Wirkung auf den Kiefer vergrößert oder verringert werden.

Die lose Zahnspange braucht jedoch jede Menge Zeit im Mund, um ihre korrigierende Wirkung zu entfalten. Dafür sind regelmäßig mindestens 14 Stunden täglicher Tragezeit notwendig.

Zahnspangen für Kinder und Erwachsene

Mithilfe einer kieferorthopädischen Therapie durch eine feste oder herausnehmbare Zahnspange kann die vorliegende oder in der Zukunft zu erwartende Fehlstellung der Zähne behoben werden. Durchschnittlich ist das im Alter zwischen neun und zwölf Jahren der Fall, wenn das Gebiss sich dauerhaft ausprägt. Mehr als zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen wird hierzulande eine kieferorthopädische Versorgung mit einer Zahnspange empfohlen, um die meist erblich bedingten Zahn- und Kieferfehlstellungen zu beheben.

Es kommt selten vor, jedoch leiden manche Vorschulkinder bereits unter einer so starken Fehlstellung von Kiefer und Zähnen, dass bereits in der Kindheit eine kieferorthopädische Behandlung begonnen werden sollte.

Daneben ist auch die Therapie mit einer Zahnspange im Erwachsenenalter längst keine Seltenheit mehr. Ob fest, lose oder unsichtbar, die Möglichkeiten der modernen Kieferorthopädie sind umfangreich: im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Arten von Zahnspangen sowie alle wissenswerten Daten und Fakten rund um das Thema Zahnspange zur Verfügung.

Zahnspange bei Erwachsenen

Die Möglichkeit für eine kieferorthopädische Behandlung mit einer Zahnspange ist generell in jedem Alter gegeben: Die einzige Voraussetzung, um auch im Erwachsenenalter von der Ästhetik und den gesundheitlichen Vorteilen einer Zahnspange zu profitieren, ist die allgemeine Gesundheit des Gebisses. Das schließt zum Beispiel die Freiheit von Kariesinfektionen sowie von entzündlichen Krankheiten des Zahnhalteapparates ein.

Ein Unterschied der kieferorthopädischen Behandlung mit einer Zahnspange bei Erwachsenen ist die zu erwartende längere Dauer. Zudem wünschen sich Erwachsene in der Regel eine optisch möglichst unauffällige Lösung für die Zahnfehlstellung, was zum Beispiel durch eine »unsichtbare« Zahnspange ermöglicht werden kann.

Welche Arten von Zahnspangen gibt es?

Das Spektrum der verfügbaren Zahnspangen-Arten hat sich in den vergangenen Jahren stetig vergrößert: Allgemein wird jedoch zwischen festen und losen Zahnspangen unterschieden, die abhängig von Alter, Grad der Zahnfehlstellung und Kosten zum Einsatz kommen.

Die feste Zahnspange besteht in der Regel aus Brackets genannten Klammern, die an den Zähnen befestigt und mit einem speziellen Draht verbunden werden, der sanften Druck an das Gebiss abgibt und sie so mit der Zeit behutsam in ihre vorgesehene Stellung rückt.

Hingegen können lose Zahnspangen, die dasselbe Ziel haben, jederzeit herausgenommen werden. Entsprechend länger ist oftmals die Dauer ihrer Anwendung.

Sehr beliebt, vor allem bei Erwachsenen, die eine Zahnspange benötigen, sind die von außen nicht sichtbaren Lösungen wie die sogenannten Aligner oder die Incognito™-Spange.

Zahnspangen-Arten: unsichtbare Clear Aligner

Zahnspange Clear Aligner

Vor allem Erwachsene greifen oftmals auf den sogenannten Clear Aligner zurück, um Zahnkorrekturen vornehmen zu lassen. Es handelt sich dabei um eine transparente Schiene, die von außen kaum als lose Zahnspange erkennbar ist.

Clear Aligner werden auf der Basis eines individuellen Abdrucks für jeden Patienten separat im Labor hergestellt. Sie helfen nicht nur bei Fehlstellungen, sondern auch bei mitunter schweren Muskel- oder Gelenkfehlfunktionen, Kopfschmerzen, knackendem Kiefergelenk und auch nächtlichem Zähneknirschen.

Transparente Zahnspange – diskrete Korrektur

Das Clear-Aligner-Schienensystem ist ein deutsches Produkt, das nach seiner Erfindung in Südkorea weiterentwickelt wurde. Um einen individuellen Clear Aligner anzufertigen, wird ein Gebissabdruck in der zahnärztlichen oder kieferorthopädischen Praxis genommen und daraus ein Modell gemacht. Sollten nach der Feinarbeit des Zahntechnikers noch Druckstellen verblieben sein, kann die Spange auch nach der Fertigstellung noch bearbeitet werden.

Mithilfe des herausnehmbaren Clear Aligners können Zahnfehlstellungen in Etappen behoben werden. In der Regel werden dafür drei Schienen für den Patienten angefertigt, die eine jeweils andere Druckintensität aufweisen. Ein Grund, weshalb viele Erwachsene sich für die Korrektur mittels dieser transparenten Schiene entscheiden, liegt in der Optik, die einem ästhetischen Bild und einem angenehmen Tragegefühl nicht entgegensteht.

Zahnspangen-Arten: Die unsichtbare Incognito™

Die feste Incognito™-Zahnspange ist eine gängige und individuelle Lösung zur unauffälligen Korrektur von Zahnfehlstellungen in jedem Alter. Weil sie hinter den Zähnen liegt und darum von außen nicht sichtbar ist, wird sie vor allem im Erwachsenenalter gerne eingesetzt.

Auch für diese Art der festen Zahnspange muss der Zahnarzt oder Kieferorthopäde einen präzisen Abdruck der Kiefer nehmen, aus dem im Anschluss ein Modell aus Gips angefertigt wird. Um die natürliche Bewegung der Zähne und die Stellung der Kiefer genau abzubilden, werden die für die Incognito™-Zahnspange benötigten Drähte mit einer speziellen Software berechnet.

Die Brackets, die an den Innenseiten der Zähne fixiert werden, können entweder aus einer Legierung mit Gold oder mit Edelstahl gefertigt werden. Das kommt vor allem jenen Patienten zugute, die allergisch auf Nickel reagieren, das in manchen Zahnspangen enthalten ist.

Welche Behandlung ist für eine Zahnspange notwendig?

Vor der kieferorthopädischen Behandlung steht sowohl die Erstberatung als auch die Diagnose durch einen erfahrenen Experten. Dafür untersucht der Kieferorthopäde oder auch der Zahnarzt gründlich den Kiefer, die Zähne sowie die allgemeine Kaufunktion. So kann er feststellen, ob tatsächlich eine kieferorthopädische Versorgung nötig ist.

Trifft dies zu, so wird der Arzt einen Behandlungsplan erstellen, der den individuellen Gegebenheiten angepasst ist. Genauso wie die medizinischen Notwendigkeiten werden in diesen Plan auch die Erwartungen des Patienten integriert.

Persönliches Gespräch für Ihre maßgeschneiderte Therapie

Oftmals bietet sich nicht nur eine einzige Versorgungsmöglichkeit mit einer Zahnspange an, sondern sogar eine ganze Reihe von Optionen. Deshalb wird der Arzt Sie im persönlichen Gespräch ausführlich darüber aufklären, welche Lösungen die moderne Kieferorthopädie Ihnen (oder Ihrem Kind) bietet, Ihnen die Vorteile und Nachteile erläutern und Sie zu den Kosten informieren.

Wenn die Entscheidung für die Anfertigung einer bestimmten Zahnspange gefallen ist, fallen weitere Termine und Untersuchungen an, etwa für individuelle Abdrücke: Mithilfe von Alginat-Abdrücken kann der Zahnarzt oder Kieferorthopäde ein akkurat vermessenes Modell aus Gips anfertigen, das den Ober- und Unterkiefers abbildet. Dafür muss dem Patienten eine spezielle Form auf die Zähne gedrückt werden, in die vorher eine weiche Masse gefüllt wurde, das sogenannte Alginat.

Insgesamt handelt es sich dabei um einen Routinevorgang, jedoch mag nicht jeder das Abformen des Gebisses, weshalb es für junge Patienten mehrere Geschmacksrichtungen der Alginat-Masse gibt. Nach kurzer Zeit im Mund ist der fertige Abdruck entstanden.

Exakte Planung, schmerzfreies Einsetzen

Auf der Basis des Abdrucks – und mithilfe von Röntgenbildern oder Fotografien – folgt die exakte Planung der nachfolgenden Behandlungsschritte und die Anfertigung der individuellen Zahnspange im Meisterlabor.

Ist die Zahnspange fertiggestellt, folgt das Einsetzen, das in aller Regel völlig schmerzfrei vonstattengeht. Da sich die Kiefer und die Zähne jedoch erst an den Fremdkörper im Mund gewöhnen müssen, kann es während der ersten Woche zu leichtem Druckgefühl kommen, das sich aber bald wieder verflüchtigt. Darüber hinaus kann es sein, dass die Zähne während dieser Tage etwas sensibler sind als sonst.

Einsetzen der festen Zahnspange

Anders als lose Zahnspangen sind feste Zahnspangen, die mit kleinen Halteelementen (Brackets) an den Zähnen befestigt werden, vorgefertigt. Sie werden vom Arzt am Tag des Einsetzens individuell angepasst. Dafür werden die Brackets von außen auf die Zähne geklebt und mit einem Draht verbunden, sodass im Anschluss die eigentliche Zahnspange auf ihnen fixiert werden kann. Dafür wird der Drahtbogen auf den Brackets so gespannt, dass er dem angestrebten Zahnbogen entspricht. Mit dem Anbringen der Zahnspange steht das Gebiss also unter einer gewissen Spannung, die mit anhaltendem Druck die Zähne sanft in ihre vorgesehene Position schiebt.

Weil sich das Gebiss auch an diese Art der Zahnspange anfangs noch gewöhnen muss, kann es nach dem Einsetzen zu geringfügigen Schmerzen oder Druckgefühl kommen. Dank der modernen Modelle, die im Gegensatz zu früher heute flächendeckend verwendet werden und nur wenig Druckeinwirkung auf die Zähne haben, hat sich die Intensität dieser Begleiterscheinung jedoch im Laufe der Zeit stark reduziert.

Normale Symptome nach dem Einsetzen der Zahnspange

Eine völlig normale Erscheinung sind leichte Schmerzen nach dem Einsetzen der festen Zahnspange. Je nach Art der Zahnspange kann es zu Beginn der Eingewöhnungsphase zu Druckgefühl, geringfügigen Schmerzen, leichten Entzündungen im Mundraum und/oder erhöhter Sensibilität der Zähne kommen. Das liegt vor allem daran, dass die an den Zähnen befestigten Brackets sowie die eigentliche Zahnspange im Mund erst einmal als Fremdkörper wahrgenommen werden.

Besonders feste Zahnspangen können die Innenseiten der Wangen durch Reibung röten, aber auch die Zunge oder die Lippen können anfangs gereizt werden. Schließlich müssen sich sämtliche umliegenden Weichteile erst einmal an den Fremdkörper im Mund gewöhnen. Wenn einzelne Stellen der Brackets störend sein sollten, können sie mit eigens dafür gemachten Streifen aus Silikonwachs überklebt werden, wodurch die Reizung schnell nachlässt. Moderne Zahnspangen-Systeme wirken jedoch nur mit wenig Druck auf die Kiefer ein, sodass das störende Gefühl sich nach wenigen Tagen wieder verflüchtigt.

Bei Schmerzen oder Schäden: Zahnarzt aufsuchen

Im Fall von darüber hinausgehenden Schmerzen oder einer beschädigten Zahnspange sollten Sie hingegen Ihren behandelnden Zahnarzt zu Rate ziehen. Bei entzündlichen Stellen im Mundraum durch die neue Zahnspange lindert oftmals auch eine Spülung mit frischem Kamillentee oder Salbeitee die womöglich auftretenden Schmerzen.

Genauso üblich ist auch stärkerer Speichelfluss, der sich sowohl bei losen als auch festen Zahnspangen schnell wieder reguliert. Wenn die Wahl bei Ihrer Zahnspange auf sogenannte Lingualbrackets gefallen ist, die innenseitig an den Zähnen fixiert werden, können zu Beginn der Therapie leichte Schwierigkeiten bei der Aussprache auftreten. Auch hier ist jedoch eine gewisse Eingewöhnungsphase absolut normal.

Tipps nach dem Einsetzen der Zahnspange

Um die Komplikationen mit der neu eingesetzten Zahnspange möglichst gering zu halten, kann es sich lohnen, während der ersten Tage harte Nahrung vom Speiseplan zu streichen, für die Sie hart zubeißen müssten. Das kann mit einem noch ungewohnten Gefühl verbunden sein und gilt sowohl für feste als auch für herausnehmbare Zahnspangen.

Essen mit der Zahnspange

Während eine lose Zahnspange zum Essen immer herausgenommen werden kann, geben wir Ihnen hier einige Tipps, die Ihnen helfen, auch mit einer festen Zahnspange die Gesundheit und Hygiene der Zähne und des Mundraums zu erhalten.

Was Sie beim Tragen einer festen Zahnspange vermeiden sollten:

  • Klebriges wie Lakritz, Karamellbonbons oder Kaugummi, da sie sich sehr schwer von der Zahnspange entfernen lassen. Generell lohnt es sich, Süßigkeiten nicht immer wieder zu verzehren, sondern, wenn überhaupt, nur einmal täglich. Anschließend ist Zähneputzen ratsam.
  • Sehr harte Lebensmittel, für die Sie fest zubeißen müssen. Lieber in kleine Stücke schneiden und dann behutsam kauen. Auch Nüsse sollten vorsichtig gegessen werden.
  • Rohes Gemüse wie Karotten ebenfalls nicht großen Stücken abbeißen, da sich durch den Biss Brackets lockern oder lösen können und sich einer der Drähte verbiegen könnte.

Zahnspange: Wie lange dauert die kieferorthopädische Behandlung?

Nachdem die feste Zahnspange vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden eingesetzt wurde, kann die kieferorthopädische Behandlung richtig beginnen – nämlich die Wirkung der Zahnspange auf die Fehlstellungen des Kiefers und der Zähne. Diese Behandlung dauert bei jungen Patienten in der Regel ungefähr vier Jahre.

Im Erwachsenenalter ist die Behandlungsdauer von mehreren Faktoren abhängig. Eine Rolle spielt der Grad der Fehlstellung, dazu kommen die Wünsche des Patienten, die individuell ganz unterschiedlich ausfallen können.

Für Jung und Alt: Zwei Phasen der Behandlung

Sowohl für junge als auch für erwachsene Patienten ist die Behandlung in zwei Phasen gegliedert, in die aktive Phase und in die Retentionsphase. Während der aktiven Phase liegt das Augenmerkt auf der Korrektur der Fehlstellung. Daraufhin soll während der Retentionsphase dafür gesorgt werden, den vorher erlangten Behandlungserfolg dauerhaft zu erhalten.

Dafür werden sogenannte Retainer verwendet: Sie verhindern die Verschiebung der Zähne zurück in die Position, die die Zahnspange begradigen sollte. Solche Retainer können etwa in Form von herausnehmbaren Spangen angefertigt werden, aber auch als festsitzende sogenannte Lingualretainer: ein Draht, der von außen nicht sichtbar hinter den Frontzähnen fixiert wird. Mithilfe dieser Anwendung können die Zähne im Laufe von Jahren zuverlässig stabilisiert werden.

Um den Erfolg des geplanten Ablaufs zu kontrollieren, sind während der Behandlungsdauer regelmäßige Termine beim Kieferorthopäden notwendig.

Feste Zahnspangen: Welche Arten von Brackets gibt es?

Um eine feste Zahnspange auf den Zähnen zu fixieren, können verschiedene Typen der sogenannten Brackets verwendet werden. Sie unterscheiden sich vor allem in der Sichtbarkeit von außen und der Phase der kieferorthopädischen Behandlung, in der sie zum Einsatz kommen.

Bracket-Arten für Zahnspangen: Metallbrackets

Zahnspange Metallbrackets

Sie sind so etwas wie der Standard, wenn es um die kieferorthopädische Versorgung mit einer festen Zahnspange geht: Metallbrackets sind robust und vielseitig einsetzbar, vor allem bei jüngeren Patienten. Trotz ihrer Sichtbarkeit werden sie weitgehend als normal empfunden, was auch an ihrer weiten Verbreitung liegt.

Wenn die entsprechende medizinische Behandlung als notwendig eingestuft wird, werden Metallbrackets für Jugendliche bis 18 Jahre von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Bracket-Arten für Zahnspangen: Keramikbrackets

Zahnspange Keramikbrackets

Sie sind eine besonders ästhetische Variante der Bracket-Arten und vor allem für erwachsene Patienten eine attraktive Art der Versorgung mit einer Zahnspange. Keramik-Brackets sind von außen kaum sichtbar, komfortabel und damit eine effektive Form der Korrektur von Zahnfehlstellungen.

Bracket-Arten für Zahnspangen: Selbstligierende Brackets

Zahnspange Selbstligierende Brackers

Selbstligierend bedeutet, dass der am Bracket befestigte Draht seinen Halt dank eines speziellen Mechanismus findet, der wie ein Schiebeverschluss funktioniert. Im Zusammenspiel mit den Bögen, die eigens auf die individuelle Situation abgestimmt sind, lässt das sogenannte Damon-Bracketsystem mehr Bewegung der Bögen zu.

Mit dieser Bracket-Art ist in der Regel mit einer kürzeren Verweildauer im Gebiss zu rechnen.

Bracket-Arten für Zahnspangen: Lingualbrackets

Bei der sogenannten Lingualtechnik werden von außen nicht sichtbare Brackets auf innenseitig auf den Zähnen fixiert. Von dort aus wirken sie zuverlässig und vor allem unbemerkt auf Zahnfehlstellungen ein.

Bracket-Arten für Zahnspangen: Retainer

Zahnspange Retainer

Mit welcher Behandlungsmethode auch behandelt wird: Nach der erfolgreichen Behandlung ist die anschließende Haltephase (Retention) sehr wichtig. Um zu verhindern, dass sich die Zähne wieder verschieben und um die erreichte Idealposition der Zähne zu stabilisieren, werden festen Haltedrähte (Retainer) auf die Innenseite der Zähne geklebt.

Gründliche Mundhygiene mit Zahnspange

Die richtige Pflege der Zahnspange ist von großer Bedeutung für die Mundgesundheit: Denn ähnlich wie auf den Zähnen bildet sich durch Nahrungsreste und Genussmittel auch auf der Zahnspange schädlicher Belag, der, wenn er verbleibt, zu bakteriellen Infektionen wie Karies führen kann.

Die richtige Pflege Ihrer festen Zahnspange

Um den Erfolg Ihrer Behandlung mit einer Zahnspange zu unterstützen und dauerhaft stabil zu halten, können Sie mit einer gründlichen Mundhygiene selbst einen entscheidenden Teil beitragen. Das gilt insbesondere, wenn Sie eine feste Zahnspange tragen.

An den Drähten und Brackets der festen Zahnspange können sich noch leichter als für Patienten ohne Spange Lebensmittelreste absetzen. Das kann zu Karies oder Entzündungen des Zahnfleischs führen, wenn eine gewissenhafte Zahnpflege das nicht verhindert.

Mehrmaliges gründliches Zähneputzen ist jedoch eine sehr gute Maßnahme, um die Bildung von bakteriellen Belägen und damit Karies zu vermeiden, für die Träger von Zahnspangen besonders anfällig sind.

Mundhygiene mit der festen Zahnspange

  • Schritt 1: Den Mund mit Wasser ausspülen, um sämtliche oberflächlich abgelagerten Reste herauszuspülen.
  • Schritt 2: Die Zähne gründlich putzen, bestenfalls im 45-Grad-Winkel, um mit den Borsten auch unter die Drähte zu gelangen.
  • Schritt 3: Um in die engen Zwischenräume und an die Brackets zu gelangen, verwenden Sie am besten kleine Interdentalbürstchen und bewegen sie zwischen den Drähten sowie zwischen den Zahnzwischenräumen.
  • Schritt 4: Den Mund erneut gründlich mit Wasser ausspülen und nach Möglichkeit eine Mundspülung anwenden.

Statt einer normalen Zahnbürste können Sie natürlich auch trotz Zahnspange eine elektrische Zahnbürste benutzen. Informieren Sie sich eventuell auch über spezielle Aufsätze, die die Reinigung Ihrer festen Spange erleichtern.

Um grobe Reste vor dem Zähneputzen aus dem Mundraum zu spülen, kann eine Munddusche hilfreich sein. Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Zahnarzt oder Kieferorthopäden darum rund um Ihre individuellen Möglichkeiten zur Zahnspangen-Pflege beraten.

Die richtige Pflege Ihrer losen Zahnspange

Sowohl im Fall von herausnehmbaren Zahnspangen als auch von Alignern ist die Zahnpflege etwas leichter als bei einer festen Zahnspange.

Es genügt, wenn Sie Ihre lose Zahnspange regelmäßig, am besten täglich, mit der Zahnbürste und Zahnpasta von Ablagerungen befreien. Am leichtesten ist es, sie gleich nach dem Tragen zu reinigen: So können sich Speichelreste gar nicht erst daran festsetzen und auch keinen Geruch entwickeln.

Mehr Tipps zur Zahnspangenpflege

Wichtig ist, dass Sie die Zahnspange für die Reinigung nicht an den Drähten greifen, sondern am Kunststoff, um nichts zu verbiegen. Benutzen Sie zur Reinigung Ihrer Zahnspange zudem nicht dieselbe Zahnbürste wie für Ihre Zähne, sondern eine eigene.

Frei verkäufliche Reinigungstabletten können Sie ebenfalls verwenden, um Ihre lose Zahnspange zu reinigen. Dafür lösen Sie eine Tablette in einem Glas Wasser auf, legen Ihre Spange hinein und spülen sie nach einigen Stunden mit Wasser ab. Jedoch sind diese Tabletten lediglich dann nötig, wenn sich schon starke Ablagerungen an der Spange festgesetzt haben. Normalerweise genügt die übliche Reinigung.

Was tun bei Schmerzen durch die Zahnspange?

Leichte Druckschmerzen nach dem Einsetzen der Zahnspange sind in den ersten Tagen absolut normal. Sollten jedoch nach der Eingewöhnungsphase im Verlauf der kieferorthopädischen Behandlung Schmerzen auftreten oder die Zahnspange Schaden nehmen, konsultieren Sie umgehend Ihren behandelten Zahnarzt.

Um den Erfolg der Therapie mit einer Zahnspange zu sichern, muss sie passgenau sitzen und zudem während der regelmäßigen Kontrolltermine immer wieder nachgestellt werden.

Welche Risiken bergen Zahnspangen?

Allgemein sind bei der Behandlung mit einer Zahnspange keine Risiken zu befürchten, sofern die Therapie von einem erfahrenen Experten durchgeführt wird.

Da Träger einer festen Zahnspange jedoch ein höheres Risiko haben, an Karies zu erkranken, ist eine gewissenhafte Mundhygiene sowie die spezielle Pflege der Zahnspange ein Muss. Neben der täglichen Pflege der Zähne zu Hause unterstützt auch eine spezielle Bracketversiegelung die Hygiene während der Dauer Ihrer kieferorthopädischen Behandlung.

Welche Kosten bringt eine Zahnspange mit sich?

Wie hoch die Kosten für die kieferorthopädische Versorgung mit einer festen Zahnspange sind und ob sie von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, hängt vor allem vom Grad der vorliegenden Fehlstellung ab.

Liegt ein sogenannter Grad 3 vor, so tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren komplett. Zusatzkosten können lediglich anfallen, wenn ein bestimmtes modernes Zahnspangen-Modell gewünscht wird, das nicht im Leistungskatalog enthalten ist.

Am höchsten bezuschusst wird die kieferorthopädische Therapie mit einer Zahnspange in der Zeit des späten Zahnwechsels, die ungefähr dem 11. oder 12. Lebensjahr entspricht und bis zum Ende des 18. Lebensjahres andauert. Auch hier gilt jedoch, dass der Grad der Fehlstellung über die Kostenübernahme entscheidet.

Kosten für Zahnspangen im Erwachsenenalter

Für Erwachsene tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Zahnspangen-Kosten nur in selteneren Fällen: Die kieferorthopädische Therapie wird finanziert, wenn ein schwerer Fall vorliegt, etwa ein sehr starker Fehlbiss, für den auch eine Operation am Kiefer vorgenommen werden muss. Der behandelnde Kieferchirurg sollte dafür einen entsprechenden Befundbrief verfassen, um den Austausch mit der Kasse zu erleichtern.

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