Belegte Zunge (Zungenbelag)

Die Zunge hat eine Reihe von wichtigen Funktionen für den Menschen. Beim Essen etwa sorgt sie dafür, dass die Nahrung durch den Mund bewegt und somit zusätzlich zum Kauen auch eingespeichelt wird. Die Zunge gibt jedoch auch Aufschluss über den Gesundheitszustand des Körpers.

Eine gesunde Zunge erkennt man an ihrer typischen rosafarbenen oder roten Färbung, die aufgrund der sie durchziehenden Blutgefäße entsteht. Auf der Oberfläche der Zunge ist normalerweise eine dünne weiße Schicht sichtbar. Diese Art des Belags ist eine Mischung aus Papillenspitzen, Speiseresten, alten Zellen, Keimen und körpereigenem Schleim.

Ursachen für eine belegte Zunge

Eine Zunge entwickelt etwa dann Belag, wenn wir nicht gründlich kauen, sondern das Essen zu schnell herunterschlingen. Da es beim gründlichen Kauen zu Reibung kommt, die den natürlichen Zungenbelag entfernt, bleibt dieser Effekt also beim schnellen Essen aus. Dasselbe gilt beispielsweise auch während einer Fastenkur, falls vorrangig Flüssignahrung eingesetzt wird.

Wenn die Zunge belegt ist, hat das in der Regal harmlose Gründe. Wer etwa viel Kaffee, Tee, Milch und Alkohol konsumiert, für den ist eine belegte Zunge normal. Darüber hinaus können aber auch Zahn- und Zahnfleischkrankheiten, z.B. Parodontitis, eine belegte Zunge verursachen. Wenn der Zungenbelag ein »pelziges« Gefühl verursacht oder zu Mundgeruch führt, kann das unangenehm auffallen.

Eine belegte Zunge kann ein Hinweis auf ungenügende Mundhygiene sein, stärkerer Belag kann aber auch ein Symptom für ganz verschiedene Erkrankungen sein. Hat eine belegte Zunge eine Erkrankung zur Ursache, gehen mit dem Belag auch andere Symptome einher, etwa ein Brennen der Zunge. Dahinter kann sich zum Beispiel eine Infektionskrankheit verbergen.

Belegte Zunge als Symptom für Erkrankungen

Zungenbelag kann ganz unterschiedliche Färbungen annehmen, die jeweils einen Hinweis auf eine mögliche zugrundeliegende Erkrankung geben können.

  • weißer Zungenbelag: kann während einer Erkältung zu beobachten sein, aber auch auf Probleme im Magen-Darm-Trakt oder einen Mundpilz hindeuten. Sammelt er sich nur rechts und links von der Mittelrinne, kann die Bauchspeicheldrüse ursächlich sein
  • gelblicher Zungenbelag: deutet oftmals auf eine Pilzinfektion hin und wird meist von einem pelzigen Gefühl begleite. Kräftiges Gelb kann auf Probleme der Galle oder Leber hinweisen.
  • roter Zungenbelag: kann einen Mangel an Vitamin-B-12 zur Ursache haben, ist aber häufig bei Infektionskrankheiten wie Scharlach zu beobachten, üblicherweise zusammen mit Verdickungen. Geht das mit Symptomen wie Kopf-, Bauch- oder Schmerzen im Rippenbereich einher, kann ebenfalls eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes, der Leber oder des Herzens verantwortlich sein.
  • brauner Zungenbelag: deutet oft auf Probleme im Bereich des Darms hin. Wenn die Zunge darüber hinaus angeschwollen ist, kann auch eine Nierenschwäche zugrunde liegen. Auch bestimmtes Essen oder Genussmittel können die braune Färbung verursachen.
  • grauer Zungenbelag: kann eine Äußerung von Eisenmangel oder Blutarmut sein
  • schwarzer Zungenbelag: kann eine Nebenwirkung von Antibiotikabehandlung sein oder auf Erkrankungen hinweisen, die mit einer gravierenden Schwächung des Immunsystems einhergehen.

Es ist wichtig zu wissen, dass eine belegte Zunge noch nicht ausreicht, um eine Krankheit zu diagnostizieren. Vielmehr sind für den behandelnden Arzt Fragen interessant, mit denen sich die Ursachen für den Zungenbelag klären lassen, etwa:

  • Wie lange ist die Zunge bereits belegt?
  • Haben Sie neben dem Belag weitere Beschwerden, etwa Brennen oder Schmerzen?
  • Haben Sie Vorerkrankungen?
  • Wie ernähren Sie sich?
  • Sind Sie Raucher?

Wenn Hinweise für eine bestimmte Erkrankung vorliegen, können zudem erweiterte Untersuchungen angeraten sein, wie zum Beispiel eine Blutuntersuchung, eine Magenspiegelung oder eine zahnärztliche Untersuchung.

Wie Sie Ihre Zunge selbst kontrollieren können

Gleich morgens nach dem Aufstehen, noch vor dem Frühstück oder dem ersten Zähneputzen, können Sie Auffälligkeiten in Bezug auf die Farbe oder Form des Zungenbelags beobachten. Sie können außerdem durch gründliches Kauen den Zungenbelag vermindern. Bevorzugen Sie dafür feste Nahrung.

Außerdem können Sie die Reinigung Ihrer Zunge in die tägliche Mundhygiene integrieren. Dafür eignet sich entweder ein Zungenreiniger aus der Drogerie oder Apotheke oder auch eine weiche Zahnbürste. Wichtig ist dabei, dass Sie nicht dieselbe Zahnbürste zur Reinigung der Zunge nutzen wie zum Putzen Ihrer Zähne, da sich die so aufgenommenen Bakterien auf und zwischen Ihren Zähnen ablagern und dort weitere Erkrankungen verursachen können.

Bei anhaltenden Auffälligkeiten hilft ein Zahnarzt oder ein Allgemeinmediziner bei der Diagnose der Ursache.