Mit dem rein umgangssprachlich verwendeten Begriff »faule Zähne« ist die Kariesinfektion eines Zahns oder mehrerer Zähne gemeint. Der Grund für die Bezeichnung liegt im lateinischen Fachausdruck für Karies: Caries dentium, was übersetzt so viel bedeutet wie Zahnfäule.

Im Verlauf einer Kariesinfektion wird durch schädliche Bakterien wertvolle Zahnsubstanz abgebaut. Dieser Prozess führt mit der Zeit zu einem Loch im Zahn, schreitet ohne zahnärztliche Behandlung weiter voran und geht mit teils unangenehmen medizinischen und ästhetischen Begleiterscheinungen einher.

Karies ist die wohl am häufigsten vorkommende Erkrankung der Zähne. Im Laufe des Lebens ist fast jeder Mensch einmal davon betroffen, ob im Kindes- oder im Erwachsenenalter.

Welche Symptome mit faulen Zähnen einhergehen

Sind Zähne mit Karies infiziert, kann sich das auf unterschiedliche Art und Weise äußern. Im Anfangsstadium durch weiße Flecken, die sich auf der Oberfläche der Zähne bilden. Erst im Verlauf einer unbehandelten Kariesinfektion entsteht das bekannte »Loch im Zahn«. Schreitet die Karies weiter voran, kann dies mit der Zeit die Zahnhülle vollständig zerstören.

Als Erkrankung der Zähne verursacht Karies mitunter starke Zahnschmerzen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Faule Zähne sind darüber hinaus durch ihre gelbe, braune oder schwarze Verfärbung zu erkennen. Dies äußert sich oftmals in starkem Mundgeruch.

Häufige Symptome von Karies:

  • Sie sind empfindlich gegen Wärme, Kälte, Süßes, Saures
  • Sie verursachen Zahnschmerzen
  • Es bilden kreideartige Flecken auf der Oberfläche der Zähne
  • Es kommt zu Verfärbungen der Zähne
  • Es kommt zu Mundgeruch
  • Es bilden sich Löcher im Zahnbein

Wie entstehen faule Zähne?

Eine Kariesinfektion entsteht durch Bakterien, die sich vorrangig wegen mangelnder Zahnhygiene, starkem Konsum von Genussmitteln und unausgewogener, zuckerreicher Ernährung im Mund ansiedeln und dank ausreichender Wärme und Feuchtigkeit dort beste Überlebenschancen haben.

Im Laufe des Prozesses eines Kariesbefalls wird Zahnsubstanz abgebaut, wodurch ein Loch im Zahn entstehen kann, das je nach Art und Größe mit einer zahnmedizinischen Füllung oder einer Krone versorgt werden muss, um die Erkrankung des Zahns zu stoppen. Geschieht dies nicht, schreitet die Karies in mehreren Stadien bis zur vollständigen Zerstörung des Zahns voran.

Frühes Stadium: Initialkaries

Ist Zahnbelag durch mangelnde Mundhygiene oder an schwer zugänglichen Stellen des Zahnes, wie z.B. die Zahnzwischenräume, entstanden, setzen sich schädliche Bakterien an diesem Zahnbelag fest. Die Zahnsubstanz beginnt dann, sich durch die säurebildenden Bakterien zu demineralisieren, also zu entkalken. Wird diese Entkalkung des Zahns nicht gestoppt, geht mehr und mehr Zahnschmelz verloren – es entsteht ein Loch.

Grundsätzlich befindet sich jeder Zahn ständig in diesem Prozess, jedoch ist der Grad der Demineralisierung bei gesunden Zähnen einerseits gering und wird andererseits durch den Inhalt des natürlichen Speichels wieder ausgeglichen.

Spätes Stadium: Caries profunda

Sofern der durch Karies verursachte Schaden am Zahn noch nicht zu weit fortgeschritten ist, genügt für die Versorgung eine einfache zahnärztliche Kariesbehandlung; wird der Arzt jedoch erst spät konsultiert, reicht dies nicht mehr aus, sodass etwa eine Wurzelkanalbehandlung notwendig wird. In diesem Stadium, medizinisch Caries profunda bezeichnet, verursacht der betroffene kariöse Zahn in der Regel mitunter schon starke Schmerzen.

Spätes Stadium: Caries penetrans

Im letzten Stadium, wenn der Zahn schon vollständig zerstört ist, erreicht die Karies den sensiblen Zahnnerv. Zu diesem Zeitpunkt ist der faule Zahn bereits durch einen unangenehmen Geruch wahrnehmbar. Medizinisch wird dieses Stadium als durchdringende Zahnfäule – Caries penetrans – bezeichnet.

Ursachen für faule Zähne

Der Befall von Zahnkaries hängt von verschiedenen Faktoren ab: Die relevantesten sind Bakterien, die tägliche Mundhygiene und die Ernährung.

Ursachen für faule Zähne: Stichwort Bakterien

Obwohl im Mundraum Hunderte Bakterienarten vorkommen und manche von ihnen für die Mundgesundheit eine unverzichtbare Rolle spielen, mischen sich auch solche Bakterien darunter, die vom Zucker leben und diesen zu sauren Stoffwechselprodukten verwerten. Jene Säuren greifen später den Zahnschmelz an und entziehen ihm die lebenswichtigen Mineralien, wodurch es bei mangelndem Ausgleich zu Karies kommen kann.

Ursachen für faule Zähne: Stichwort Zähneputzen

Wer regelmäßig und gründlich seine Zähne reinigt, mindert die Anzahl schädlicher Bakterien im Mund, die sich vor allem nach einer Mahlzeit dort sammeln. Diese Bakterien bilden nach und nach einen Belag, die sogenannte Plaque. Dieser Belag schichtet sich mit mangelnder Reinigung auf und liefert die optimale Umgebung für die Vermehrung der schädlichen Bakterien. So können mit der Zeit faule Zähne durch Karies entstehen.

Ursachen für faule Zähne: Stichwort Zucker

Zu viel zuckerhaltiges Essen erhöht das Risiko einer Kariesinfektion enorm. Vor allem weißer Industriezucker, Traubenzucker und Fruchtzucker sind der ideale Nährboden für Kariesbakterien und damit auch für die Entstehung fauler Zähne. Zu empfehlen sind dagegen zum Beispiel die langkettigen Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten.

Was Sie selbst gegen faule Zähne tun können

Das wichtigste Stichwort ist hier die Prophylaxe zu Hause. Sie beugen faulen Zähne vor, indem Sie Ihr Gebiss regelmäßig und korrekt reinigen. Das erspart Ihnen eine mitunter aufwendige Kariesbehandlung und bewahrt Sie zudem vor den ästhetisch unangenehmen Folgen.

Hilfreich ist neben der täglichen Zahnpflege die Remineralisierung des oftmals stark demineralisierten Zahnschmelzes. Gels und Pasten, die Fluorid enthalten, können hier bei Bedarf unterstützend eingesetzt werden.

Neben einer angemessenen Mund- und Zahnhygiene beugt auch bewusste Ernährung Karies vor: Achten Sie auf ausgewogene Mahlzeiten mit wenig Zucker und putzen Sie sich im Anschluss an das Essen, jedoch mindestens zweimal täglich, gründlich die Zähne. Benutzen Sie darüber hinaus täglich Zahnseide, haben Sie viel für den Schutz Ihrer Zähne vor Karies getan.

Zudem wird empfohlen, zweimal im Jahr einen Kontrolltermin bei Ihrem Zahnarzt zu vereinbaren, auch um eine eventuelle Infektion mit Kariesbakterien schon im Frühstadium erkennen zu können. Daneben hilft eine professionelle Zahnreinigung bei der Kariesvorsorge, da währenddessen die Zähne um ein Vielfaches gründlicher gereinigt werden als beim täglichen Zähneputzen.

Je früher, desto besser

Sobald Sie Anzeichen für eine Kariesinfektion bemerken, sollten Sie Ihren Zahnarzt so bald wie möglich aufsuchen, um das womöglich bereits entstandene kariöse Gewebe bei örtlicher Betäubung schmerzfrei und schonend zu beseitigen. Anschließend kann der betroffene Zahn mit einer Krone oder einer Füllung wieder sicher verschlossen werden. Je früher eine Kariesinfektion behandelt wird, umso geringer sind die späteren Folgen für Ihre Zähne.

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