Verfasst von: Dr. Dr. Thomas Müller-Hotop, Arzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Artikel vom: 27.02.2018 | Aktualisiert am: 22.04.2020 | Nächste Überarbeitung: September 2020

ICD-10-Code für „Zahnkaries“: K02

Erfahren Sie hier, wie Karies entsteht, welche Symptome auf Karies hinweist und wie Sie Karies vorbeugen können.

Sie leiden unter Karies?

Karies (Zahnfäule) ist ein Prozess, bei dem sich die Zahnhartsubstanz langsam abbaut und schließlich ein Loch im Zahn entsteht. Unter anderem beeinflussen das Nahrungs- und Hygieneverhalten die Entstehung von Karies. Symptome sind Verfärbungen der Zähne bis hin zu starken Schmerzen. Ohne Behandlung setzt sich Karies kontinuierlich weiter fort bis zur vollständigen Zerstörung des Zahnes.

Karies kurz zusammengefasst

Karies ist eine Erkrankung der Zähne und hat mindestens drei zusammenhängende Ursachen: Schlechte Mundhygiene, Zuckerkonsum, spezielle Bakterien.

Bei schlechter Mundhygiene kleben die Bakterien an den Zähnen, verarbeiten den Zucker in Säure und schädigen damit die Zahnhartsubstanz, die durch die Säure aufgelöst wird. Dadurch entstehen erst weißliche, später bräunliche Flecken und schließlich das „Loch im Zahn“. Wenn die Karies nicht entfernt wird, dehnt sie sich im Zahn weiter aus bis zum Zahnnerv, was zum Absterben des Nerven und häufig zu starken Schmerzen führt.

Durch gute Mundhygiene, professionelle Zahnreinigung und gesunde Ernährung kann man Karies vorbeugen. Wenn die Zahnhartsubstanz aber schon zu stark geschädigt ist, ist eine zahnärztliche Behandlung notwendig.

Was bedeutet und wie entsteht Karies?

Karies

„Karies“ kommt aus dem Lateinischen caries, was mit „Morschheit“, „Fäulnis“ übersetzt wird. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Karies mit dem bekannten „Loch im Zahn“ gleichgesetzt, womit eine Auflösung und Zerstörung der den Zahn umgebenden äußeren Zahnhartsubstanz (Schmelz, Dentin) gemeint ist.

Zahnkaries ist eine lokalisierte Erkrankung der Zähne und wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Einerseits spielen die Bakterien eine Rolle, die sich in einem dünnen Film auf der Zahnoberfläche befinden. Diese Schicht wird Biofilm, Plaque oder Zahnbelag genannt. Der Stoffwechsel der Bakterien des Biofilms wandelt Kohlehydrate (Zucker) u.a. in Säure um.

Wenn durch ungesunde Ernährung (2. Faktor) zu viel Zucker und säurehaltige Getränke konsumiert werden oder wenn durch ungenügende Zahnpflege (3. Faktor) die Menge der Bakterien weiter zunimmt (Zahnbelag) wird an der Zahnoberfläche vermehrt Säure produziert, womit es zur Demineralisation des Schmelzes und somit zur Karies kommen kann. Diese kann sich im weiteren Verlauf auch auf das Zahnbein (Dentin) ausbreiten und bis in den „Zahnnerv“, die Pulpa vordringen.

Karies an sich ist nicht ansteckend, die kariesverursachenden Bakterien allerdings werden von Mensch zu Mensch (z.B. von der Mutter auf das Neugeborene) übertragen ¹.

ECDI-Tipp:

"An apple a day keeps the doctor away! Gute Mundhygiene und gesunde Ernährung schützt vor Karies."

SUrsachen der Karies

Die Entstehung von Karies ist abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, die wichtigsten sind Bakterien, die Mundhygiene und die individuellen Essgewohnheiten.

Ursachen der Karies: Stichwort Bakterien

Durchschnittlich kommen im Mund mehr als 700 Arten Bakterien vor. Viele davon nehmen eine sehr wichtige Rolle ein, denn sie stabilisieren die gesunde Mundflora. Jedoch gibt es Bakterien, die vor allem von Zucker leben und deshalb sämtlichen in der Nahrung vorkommenden Zucker dankbar aufnehmen, ihn aufspalten und später als Abfallprodukte einige saure Stoffwechselprodukte ausscheiden. Genau diese Säuren sind es dann auch, die den Zahnschmelz angreifen und für die Demineralisierung sorgen, die den Anfang von Kariesbefall bedeuten kann.

Ursachen der Karies: Stichwort Mundhygiene

Gründliches Zähneputzen verringert die Anzahl der Bakterien im Mund. Insbesondere nach dem Essen bildet sich auf der Oberfläche des Zahns allmählich ein Belag, der vor allem aus Bakterien und Bestandteilen des Mundspeichels besteht. Diese sogenannte Plaque wird mit der Zeit dicker, sofern die Zähne nicht regelmäßig und sorgfältig gereinigt werden.

Dieser Zahnbelag bietet den kariesverursachenden Bakterien ideale Umgebungsfaktoren, das sie hier geschützt überleben können. Das erklärt auch, weshalb Menschen mit unzureichender Zahnhygiene viel öfter unter Karies leiden als jene, für die regelmäßiges Zähneputzen zur Routine gehört.

Nur manchmal muss davon abgeraten werden, die Zähne zu putzen, nämlich nach dem Verzehr von säurehaltigen Nahrungsmitteln wie Cola oder Zitrusfrüchten. Dann sollten ungefähr 30 Minuten vergehen, bis die Zähne geputzt werden, andernfalls kann die Säure den Zahnschmelz rau machen, sodass die Zahnsubstanz beim Putzen anfälliger für Abrieb wird.

Regelmäßige professionelle Zahnreinigung durch den Zahnarzt oder speziell ausgebildete Fachkräfte kann auch dazu beitragen, Zahnbereiche sauber zu halten, die man mit der täglichen Zahnreinigung nicht so gut erreichen kann.

Ursachen der Karies: Stichwort Süßigkeiten und zuckerhaltiges Essen

Wer viel Süßes isst, hat allgemein ein höheres Risiko für einen Kariesbefall der Zähne. Insbesondere der gängige weiße Industriezucker (Saccharose), Traubenzucker (Glukose) sowie Fruchtzucker (Fruktose) nähren die für Karies verantwortlichen Bakterien und können damit schädlich für die Zähne sein.

Demgegenüber sind sogenannte langkettige Zuckerverbindungen, wie sie in komplexen Kohlenhydraten vorkommen, unbedenklich. Vollkornprodukte sollten darum stets in den Speiseplan integriert werden.

Ursachen der Karies: Stichwort Speichel

Wenn genug Speichel gebildet wird, ersetzen die in ihm enthaltenen Mineralien die Verluste der Zahnsubstanz. Größere Speichelmengen sind außerdem nützlich, um Nahrungsmittel im Mund flüssig zu machen und damit besser für die Verdauung vorzubereiten. Weniger eingespeichelte Nahrungsreste würden stattdessen auf den Zähnen hängenbleiben.

Im Speichel sind einerseits Bestandteile enthalten, die Säure neutralisieren können, und andererseits antibakteriell wirken. Ist die Speichelbildung gering, begünstigt das eine Kariesentwicklung. Denn der Zahnzwischenraum sowie die Zahnkrone sind optimale Nährböden, an denen sich nicht eingespeichelte Speisereste festsetzen können.

ECDI-Tipp:

"Mal eine Plaque-Färbetablette kauen und dann Zähne putzen. So lässt sich gut erkennen, wie es um die eigen Putzleistung steht. Vor allem aber: Weniger Zucker essen, denn Zucker ist der Hauptgrund für Karies."

Symptome von Karies

Die häufigsten Symptome eines oder mehrerer kariöser Zähne sind:

Weitere Unterarten werden je nach der betroffenen Schicht des Zahnes unterschieden:

  • Ansammlung von Essensresten zwischen den Zähnen
  • kreideartige Flecken auf der Zahnoberfläche
  • Mundgeruch
  • Empfindlichkeit gegen Süßes und saure Speisen/Getränke
  • Wärme- und Kälteempfindlichkeit
  • Löcher im Zahn
  • Zahnschmerzen
  • Schmerzen beim Aufbeißen
  • Klopfempfindlichkeit bzw. klopfende Schmerzen (bei Abszessbildung)

Diagnose von Karies

Bei der Untersuchung Ihres Gebisses kann der Zahnarzt mithilfe eines Spiegels und einer feinen Sonde bei hellem Licht eine Kariesinfektion meist schnell aufspüren. Auf der Oberfläche der Zähne fällt Karies optisch gut sichtbar auf, und auch der Grad der Schädigung des Zahnes kann schnell festgestellt werden. Nach einer relativ kurzen Untersuchung weiß Ihr Zahnarzt, ob die Karies bereits tief in den Zahn vorgedrungen ist.

Darüber hinaus können Sie mit der Beantwortung einiger Fragen Ihrem Zahnarzt helfen, Aufschluss über Ihre Kariesinfektion zu geben. Solche Fragen können etwa sein:

  • Seit wann haben Sie Beschwerden?
  • Haben Verwandte von Ihnen ähnliche Zahnproblemen?
  • Hatten Sie schon früher Probleme mit Ihren Zähnen?
  • Wie oft putzen Sie täglich Ihre Zähne?

Im Gegensatz zu fortgeschrittener Karies ist die Infektion im Initialstadium allerdings eher schwer erkennbar. Deshalb wird sie oftmals nur zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Routineuntersuchung nach dem Röntgen, denn auf Röntgenbildern sind kariöse Stellen häufig deutlich sichtbar.

Weitere Methoden, die bei der modernen Kariesdiagnose zum Einsatz kommen können, sind:

  • Diaphanoskopie oder Faseroptische Transillumination (FOTI): Hier wird mit einer starken Lichtquelle (Kaltlichtsonde) die Zahnhartsubstanz durchleuchtet, wobei kariöse Substanz als dunkler Schatten erkennbar ist.
  • Lasergestützte Kariesdiagnostik: Eine kariöse Läsion wird durch das Licht eines Laserfluoreszenzgerätes zur Fluoreszenz angeregt und fluoresziert anders, als gesunde Zahnharzsubstanz (Schmelz).
  • Elektrische Widerstandsmessung: Für die elektrische Widerstandsmessung gilt, dass gesunder Zahnschmelz elektrischen Strom leitet. Ist der Zahn von Karies befallen, steigt die Leitfähigkeit an, sodass der elektrische Widerstand messbar sinkt.

ECDI-Tipp:

"Ein- bis zweimal jährlich zur zahnärztlichen Routineuntersuchung, um Karies auch schon im Frühstadium zu entdecken und ggf. nur minimalinvasiv behandeln zu können."

Behandlung von Karies

Wird Karies im Anfangsstadium erkannt, kann der zugrundeliegende Mineralverlust noch vom Körper ausgeglichen werden. Hat sich jedoch bereits ein Loch im Zahn gebildet, ist eine professionelle Kariesbehandlung nötig.

Wurde die Karies erkannt und erfolgreich behandelt, sind üblicherweise keine Beschwerden mehr zu befürchten. Jedoch ist eine Kariesbehandlung kein Garant dafür, dass neue Beschwerden ausbleiben. Das A und O bleibt eine regelmäßige, sorgfältige Mundhygiene: Wird sie vernachlässigt, erhält die Karies aufs Neue einen Nährboden. Insbesondere Milchzähne neigen zu wiederholten Kariesinfektionen.

Überhaupt fällt es Kindern in der Regel schwerer, ihre Gewohnheiten in Sachen Nahrung und Hygiene zu verändern. Deshalb sollten Eltern nach der Kariesbehandlung ihrer Kinder ein Auge auf deren verbesserte Gewohnheiten haben. Ob bei Kindern oder Erwachsenen – Routinen, die der Gesundheit zuträglich sind, bilden die Voraussetzung für die Vorbeugung gegen Karies.

Kariesbehandlung im Frühstadium

Optisch erkennbar ist das Frühstadium durch geringe Veränderungen an der Oberfläche der Zähne (kreidige weiße oder braune Flecken), ein Loch im Zahn hat sich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht gebildet. In diesem Stadium ist eine zahnärztliche Behandlung der Karies nicht nötig; allerdings sollte eine gründliche Entfernung der Zahnbeläge (Plaque) erfolgen.

Wird Karies im Anfangsstadium erkannt, kann der zugrundeliegende Mineralverlust häufig noch durch die Mineralien im körpereigenen Speichel ausgeglichen und die Karies „repariert“ werden. Durch gründliches Zähneputzen können die Kariesbakterien noch erfolgreich bekämpft werden. Und die Zahnpasta bewirkt mit ihrem Fluoridgehalt, dass im Speichel Mineralien in höherer Konzentration enthalten sind.

Sie sollten nunmehr auf eine möglichst gründliche Mundhygiene achten und auch Ihre Essgewohnheiten überdenken. Denn wer sich von stark zuckerhaltigen Nahrungsmitteln und Getränken ernährt, steigert das Risiko einer Kariesinfektion. Auch der vor allem in Obst und Gebäck vorkommende Fruchtzucker (Fruktose) kann Schäden an den Zähnen zur Folge haben.

Kariesbehandlung in fortgeschrittenen Stadien

Sobald die Kariesinfektion über die Oberfläche hinaus bis in tiefere Schichten des Zahns vorgedrungen ist, wird eine professionelle Kariesbehandlung notwendig. Abhängig davon, wo sich der Schaden befindet und wie weit er fortgeschritten ist, stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl, um die Karies zu stoppen und zu entfernen.

In der Regel muss dafür am Zahn gebohrt werden. Dafür kann eine örtliche Betäubung eingesetzt werden, die eine schmerzlose Behandlung ermöglicht. Das Bohren hat das Ziel, erweichte Zahnsubstanz am Zahn zu entfernen. Im Anschluss wird der Bereich rund um das Bohrloch gesäubert, mit einer Füllung versehen und von außen versiegelt.

Ist im Laufe der Kariesinfektion bereits eine Menge Zahnsubstanz verloren gegangen, muss vorerst die Zahnform wiederhergestellt werden. Befindet sich die Karies hingegen nah am Zahnnerv, muss eine andere Therapie erfolgen. Denn wenn das Nervengewebe womöglich beschädigt ist, muss es in einigen Fällen entfernt werden, was mit einer Wurzelfüllung erfolgt. Dabei wird das infizierte Gewebe im Zahninneren entfernt, der Hohlraum so weit wie möglich desinfiziert und bakteriendicht verschlossen (Wurzelfüllung). Im Anschluss kann dann problemlos die reguläre Zahnfüllung folgen.

Abhängig von der Größe des kariösen Lochs gibt es zur Entfernung der Karies statt „Bohren“ auch andere Methoden, die aber noch in der Erprobungsphase und wissenschaftlich nicht abgesichert sind (Kariesinfiltration mit Kunststoff, Laser, Ozon, Druckluft, Spezialgel).

Kariesbehandlung mit einer Zahnfüllung

Welche Füllung eingesetzt wird, um einen kariösen Zahn zu versorgen, hängt von der Wahl des Materials und den anfallenden Kosten ab, die von den gesetzlichen Krankenkassen zum Teil nicht getragen werden. Mögliche Materialien für eine Zahnfüllung sind etwa:

  • Keramik
  • Kunststoffe/ Composite
  • Metalllegierungen (z.B. aus Gold, Platin, Silber)
  • Amalgam
  • Ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Zahnarzt hilft bei der Wahl des richtigen Materials.

    Wenn Karies wiederholt auftritt: Sekundärkaries

    Wenn schon einmal ein Loch im Zahn aufgetreten und entsprechend medizinisch gefüllt worden ist, ist es leider nicht ausgeschlossen, dass der Zahn ein weiteres Mal mit Karies befallen wird.

    Im Laufe der Zeit können sich im Bereich von Zahn und Zahnfüllung oder Zahn und Krone winzige Spalten bilden, die zu klein sind, als dass sie von der Zahnbürste gereinigt werden könnten. Leider sind sie dennoch groß genug, um Bakterien einen Nährboden zu bieten. Dann weisen diese Zähne eine sogenannte Sekundärkaries auf, also einen erneuten Befall mit Karies, der behandelt werden muss.

    ECDI-Tipp:

    "Das A und O bleibt eine regelmäßige, sorgfältige Mundhygiene: Wird sie vernachlässigt, erhält die Karies aufs Neue einen Nährboden. Insbesondere Milchzähne neigen zu wiederholten Kariesinfektionen."

    Kariesprophylaxe

    Wenn es Ihnen gelingt, ein paar Regeln für Ihren Alltag zu übernehmen, wird Karies bei Ihnen so gut wie keine Chance haben.

    Gemeint ist allem voran eine gründliche, regelmäßige Mundhygiene sowie die Auswahl Ihrer Nahrungsmittel. Getränke und Speisen, die stark zuckerhaltig sind, sollten nur ausnahmsweise auf dem Speiseplan landen. Wurden sie verzehrt, bietet es sich an, die Zähne im Anschluss an das Essen gründlich zu putzen. Dies gilt übrigens auch für jede andere Mahlzeit: Denn beim Zähneputzen werden Speisereste auf den Zähnen und in den Zwischenräumen entfernt, und damit geht auch der Bakterienbelag zurück. Benutzen Sie Zahnseide und Interdentalbürsten, um Plaque in den Zahnzwischenräumen und am Zahnfleischrand zu entfernen.

    Besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, ob bei Ihnen eine Fluoridierung sinnvoll ist (Zahnpasta, Gel, Lack).

    Wenn Sie einmal keine Möglichkeit zum Zähneputzen haben, kauen Sie einen Kaugummi mit Xylit. Bei Xylit handelt es sich um einen Zuckerersatzstoff, der die Speichelbildung anregt und die von den schädlichen Bakterien gebildeten Säuren ausgleichen kann.

    Daneben tragen zahnärztliche Kontrollen in regelmäßigen Abständen dazu bei, Karies früh zu erkennen, zu stoppen und zu heilen. Auch eine zweimal jährlich durchgeführte professionelle Zahnreinigung leistet einen wichtigen Beitrag für diesen Aspekt der Zahngesundheit.

    Häufig gestellte Fragen

    Ist Karies ansteckend?

    Da Karies medizinisch gesehen eine bakterielle Infektion ist, gilt für sie das gleiche wie für andere bakterielle Infektionen auch: Sie ist ansteckend. Jedoch besteht im Alltag so gut wie keine Gefahr der Ansteckung mit Karies, da die Karies begünstigenden Bakterien praktisch jeder Mensch im Mund hat. Für einen Kariesbefall müssen noch bestimmte individuelle Risikofaktoren hinzukommen.

    Deshalb sind zum Beispiel Küsse oder auch das Essen vom selben Besteck nicht verantwortlich für eine Ansteckung mit Karies. Bei Kleinkindern ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher, da Kinder generell eine geringere Anzahl ausgleichender Bakterien und Mikroorganismen im Mund haben als Erwachsene. Deshalb sollten Kleinkinder nicht unbedingt vom selben Besteck essen, oder auch Schnuller sollten von den Eltern nicht mit dem Mund »gereinigt« werden, um eine Besiedlung der Mundhöhle des Kindes mit den Bakterien der Eltern zu reduzieren. Doch auch durch andere Wege wie eben Küssen oder Husten kann eine bakterielle Übertragung auf das Kind erfolgen.

    Auch wenn es manchmal heißt, Karies sei erblich, ist diese Information nicht richtig. Richtig ist, dass Karies in manche Familien vermehrt auftreten kann, und zwar wegen anderer vererbbarer Faktoren. Tiefe Zahnrillen, sogenannte Zahnfissuren, sind beispielsweise ein Risikofaktor für die Entstehung von Karies. Und auch Gewohnheiten wie unzureichende Mundhygiene und viel süßes Essen betreffen oft die ganze Familie.

    ECDI-Tipp:

    „Ein sauberer Zahn wird nicht kariös!“

    Quellen

    ¹https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0035-1548933

    Wichtiger Hinweis

    Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist nur über die Arztsuche möglich. Mehr Informationen finden Sie in unserem Haftungsausschluss für Gesundheitsthemen.

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