Geht das Zahnfleisch zurück, ist meistens schon ein längerer entzündlicher Prozess im Gange, der in der Regel mit einer Rötung beginnt und mit Zahnfleischbluten und/oder leichten Schwellungen am Zahnfleisch einhergeht. Wenn diese ersten Signale für eine Entzündung ignoriert werden und der Zahnarzt nicht konsultiert wird, kann es mit der Zeit zu Zahnfleischschwund kommen.

Tritt dieses Symptom ein, ist die ursprünglich noch ohne großen Aufwand behandelbare Zahnfleischentzündung bereits fortgeschritten, sodass eine gründliche Therapie notwendig ist: In den meisten Fällen deutet Zahnfleischschwund auf eine Parodontitis hin.

Wie äußert sich Zahnfleischrückgang?

Für viele Patienten ist zurückgehendes Zahnfleisch vor allem ein ästhetisches Problem, denn durch die gleichzeitig auftretenden freiliegenden Zahnhälse sehen die Zähne optisch länger aus. Darüber hinaus ist Zahnfleischschwund aber auch schmerzhaft, weil die Zähne bisweilen extremen empfindlich auf heiße und kalte, süße und saure Speisen und Getränke reagieren.

Ursachen für Zahnfleischrückgang

Grundsätzlich gibt es eine Reihe möglicher Gründe für Zahnfleischschwund, wobei der häufigste eine unbehandelte Zahnfleischentzündung ist, die sich bereits zu einer Parodontitis ausgeweitet hat und unbedingt zahnärztlich behandelt werden muss.

Daneben können Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Leukämie und hormonelle Gründe wie die sogenannte Schwangerschafts-Gingivitis das Symptom des Zahnfleischrückgangs mit sich bringen. Rauchen und Vitamin-C-Mangel sowie die Einnahme bestimmter Medikamente sind ebenfalls Risikofaktoren für zurückgehendes Zahnfleisch. Und nicht zuletzt kann eine Veranlagung für Zahnfleischrückgang auch erblich bedingt sein.

Bei Kindern hingegen kann der Durchbruch von bleibenden Zähnen dazu führen, dass das Zahnfleisch zurückgeht, und ebenso, wenn sich Weisheitszähne bemerkbar machen. Letztere müssen aufgrund des Platzmangels im Kiefer in der Regel operativ entfernt werden.

Ursachen für Zahnfleischrückgang: Unbehandelte Zahnfleischentzündung

Am Anfang des Prozesses, der zu Zahnfleischrückgang führen kann, steht oftmals eine Zahnfleischentzündung, eine sogenannte Gingivitis. Sie wird durch Bakterien verursacht, die sich durch unzureichende Mund- und Zahnhygiene in der Mundhöhle ansiedeln und vermehren.

Wenn die Keime sich ausbreiten, entsteht eine Zahnfleischentzündung – eine Erkrankung, von welcher der Großteil der Bevölkerung hierzulande betroffen ist. Oftmals wird eine solche Zahnfleischentzündung wegen der leicht zu übersehenden Symptome ohne zahnärztliche Hilfe nicht erkannt.

Einige Signale deuten jedoch auf eine Zahnfleischentzündung hin und sollten darum nicht unbeachtet bleiben.

Die häufigsten Symptome für eine Zahnfleischentzündung sind:

  • gerötetes Zahnfleisch
  • geschwollenes Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten
  • Mundgeruch

Wird eine Gingivitis nicht rechtzeitig behandelt, kann sie vom Zahnfleisch in tiefere Schichten des Zahns und schließlich auf den Kieferknochen übergehen. In diesem Stadium ist zahnmedizinisch bereits von einer Parodontitis die Rede, die im Gegensatz zur Gingivitis aufwendig behandelt werden muss.

Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnbetts, das aus Bindegewebe, Zahnfleisch und Kieferknochen besteht. Es hat die Funktion, den Zahn mit dem Kieferknochen zu verbinden. Im Laufe einer Parodontitiserkrankung bilden sich oftmals Zahnfleischtaschen, in denen sich schädliche Bakterien ansammeln und vermehren. Mit fortschreitendem Abbau des Kieferknochens vertiefen sich auch die Zahnfleischtaschen – ein folgenreicher Prozess, in dessen Verlauf die Bakterien den Knochen angreifen.

Folgt keine medizinische Therapie, droht im nächsten Stadium der Verlust der betroffenen Zähne.

Die häufigsten Symptome für Parodontitis sind:

  • freiliegende Zahnhälse (Die Zähne sehen dann optisch »länger« aus)
  • empfindliche Zähne: Schmerzen bei Heißem, Kaltem, Süßem, Saurem
  • Zahnbelag
  • Mundgeruch
  • Zahnfleischbluten
  • Sekret tritt ggf. aus Zahnfleischtaschen aus
  • Zähne lockern sich infolge freiliegender Zahnhälse

Zwar deutet nicht jeder Fall von Zahnfleischrückgang auf Parodontitis hin, allgemein gilt aber, dass jeder Fall von Zahnfleischschwund alsbald vom Zahnarzt untersucht werden sollte. Nur durch eine möglichst frühe Diagnose können mögliche Folgeerkrankungen und damit Konsequenzen für den gesamten Organismus verhindert werden.

Ursachen für Zahnfleischrückgang: Mangelnde Mundhygiene

Die häufigste Ursache für Zahnfleischschwund ist eine unzureichende Zahnhygiene, die die Bildung von Plaque begünstigt. Diese bakteriellen Beläge bilden auf und zwischen den Zähnen einen Biofilm, in welchem säurebildende Bakterien einen hervorragenden Nährboden zur Ansiedlung und Vermehrung finden.

Wenn sich die Plaque im Laufe der Zeit verhärtet, entsteht zudem Zahnstein, der durch seine raue Oberfläche wiederum die Ansammlung von Bakterien begünstigt und eigenständig nicht zu entfernen ist.

Weil nicht gründlich genug durchgeführte Zahnhygiene Stoffwechsel- und Zerfallsprozesse fördert und in der Folge Bakterien freigesetzt werden, die zu Entzündungsprozessen führen können, sollten Sie täglich neben dem zweimaligen Zähneputzen auch die Zahnzwischenräume so gewissenhaft wie möglich reinigen. Es wird empfohlen, mindestens einmal täglich Zahnseide und zudem Interdentalbürstchen zu verwenden – um Zahnfleischrückgang zu vermeiden und, im Fall einer Entzündung, aufzuhalten.

Behandlung von Zahnfleischrückgang

Je nachdem, wie stark fortgeschritten der entzündliche Prozess ist, der zu Zahnfleischschwund geführt hat, kommt eine spezielle zahnmedizinische Therapie zum Einsatz. Wenn Sie Symptome wie Zahnfleischbluten, Zahnfleischschmerzen oder Zahnfleischrückgang bemerken, gilt es, den Mundraum so bald wie möglich gründlich untersuchen zu lassen.

Liegt eine Gingivitis vor, also eine Zahnfleischentzündung, lassen sich die Symptome in der Regel mit wenigen Schritten beheben, die Entzündung kann vollständig kuriert werden. Im Gegensatz dazu muss im Fall einer Parodontitis eine manchmal aufwendige Therapie folgen, um die betroffenen Zähne zu schützen und keinen Zahnverlust zu riskieren.

Bei der Untersuchung wird auch eine eventuelle Lockerung der Zähne festgestellt und die Tiefe der Zahnfleischtaschen gemessen, die sich in Folge einer Parodontitiserkrankung womöglich gebildet haben. In vielen Fällen bietet es sich jedoch vorerst an, im ersten Schritt eine Professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen, um die Zähne und die Zahnzwischenräume gründlich von schädlichen Belägen zu befreien.

Je früher Sie Symptome wie Zahnfleischrückgang, die auf eine Zahnfleischerkrankung hindeuten können, untersuchen und behandeln lassen, desto sicherer ist eine Heilung der zugrundeliegenden Entzündung und desto geringer sind die Risiken für Folgeschäden.

Risikofaktoren für Zahnfleischrückgang

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die Zahnfleischschwund begünstigen, und es lohnt sich, diese zu kennen – denn nicht zuletzt Sie selbst können durch richtiges Verhalten einen bedeutenden Teil dazu beitragen, von Erkrankungen verschont zu bleiben, die mit Symptomen wie Zahnfleischschwund einhergehen.

Risikofaktoren für Zahnfleischrückgang: Unzureichende Mundhygiene

Zu selten durchgeführte und/oder die falsche Technik bei der Mundhygiene begünstigen die Verunreinigung des Mundraums, der Zähne und des Zahnfleischs. Wenn sich aufgrund von Plaquebildung Bakterien vermehren und sich an den Belägen auf und zwischen den Zähnen festsetzen, kann es mit der Zeit zu Entzündungsprozessen mit der Folge von Zahnfleischrückgang kommen.

Zahnfleischschwund vermeiden: Die Technik macht den Unterschied

Neben mangelnder Hygiene kann auch eine nicht korrekt ausgeführte Mundhygiene langfristig zu Zahnfleischrückgang führen: Entweder, wenn das Zahnfleisches durch eine falsche Putztechnik mit einer harten Zahnbürste und zu viel Druck beim Zähneputzen gereizt wird; oder wenn eine Überlastung der Zähne vorliegt, wie es etwa bei nächtlichem Zähneknirschen der Fall ist. Auch ein sehr nah sitzendes Wangenbändchen oder Lippenbändchen kann der Auslöser sein.

Die häufigste Ursache von Zahnfleischschwund in Verbindung mit unzureichender Hygiene ist jedoch die mangelhafte Beseitigung schädlicher Bakterien, die in der Folge eine Zahnfleischentzündung begünstigen und unbehandelt mit der Zeit auch dazu führen, dass das Zahnfleisch zurückgeht.

Es empfiehlt sich, mit einer Zahnbürste ohne starken Druck mindestens zweimal täglich die Zähne in sanften Kreisbewegungen zu putzen und eine fluoridhaltige Zahnpasta zu nutzen. Damit säurebildende Bakterien sich nicht vermehren können, ist die Entfernung der schädlichen Plaque das A und O für die gründliche Zahnhygiene, mit der Sie bereits eine Menge gegen die häufigsten Risiken für Zahnfleischrückgang tun.

Zahnzwischenräume nicht vergessen

Nutzen Sie darüber hinaus mindestens einmal täglich Zahnseide und kleine Interdentalbürstchen für die Zahnzwischenräume. An diesen Stellen können sich Keime nämlich unbemerkt festsetzen und vermehren. Auch die Zunge sollten Sie nicht vergessen, denn auf ihrer Oberfläche sammeln sich ebenfalls Bakterien, die an der Ausbreitung gehindert werden sollten. Mit einem speziellen Zungenschaber können Sie diese Keime täglich ohne viel Aufwand entfernen.

Zahnfleischrückgang vermeiden: So putzen Sie richtig

Nicht wenige Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleischs werden durch falsches Zähneputzen ausgelöst. Das kann an der Zahnbürste liegen: Achten Sie darauf, dass die Borsten Ihrer Zahnbürste nicht zu hart sind. Wer falsch putzt, kann durch grobe Aufwärts- und Abwärtsbewegung mit der Zahnbürste das Zahnfleisch regelrecht nach oben schieben.

Risikofaktoren für Zahnfleischrückgang: Rauchen

Weil der Rauch aus Zigaretten die Durchblutung des Zahnfleisches vermindert, werden Zahnfleischprobleme von Rauchern in der Regel spät oder gar nicht bemerkt. Denn durch die geringe Durchblutung kommt es in der Regel nicht zu Symptomen wie Zahnfleischbluten, obwohl bereits eine Zahnfleischentzündung vorliegt.

Zigarettenrauch trägt darüber hinaus zu einer Schwächung der allgemeinen Abwehrkräfte bei. Dadurch können sich die schädlichen Bakterien im Mundraum leichter und stärker vermehren, wodurch mit der Zeit auch das Zahnfleisch Schaden trägt und langsam zurückgeht.

Risikofaktoren für Zahnfleischrückgang: Diabetes mellitus

Diabetiker müssen aus vielen Gründen darauf achten, ihren Blutzuckerspiegel richtig einzustellen. Kommt es infolge eines aus dem Gleichgewicht geratenen Blutzuckerspiegel zu einer allgemeinen Störung des Immunsystems, können damit auch Symptome wie Zahnfleischschwund einhergehen.

Risikofaktoren für Zahnfleischrückgang: Infektion

Bei Zahnfleischerkrankungen wie Gingivitis und Parodontitis handelt es sich um bakterielle Entzündungen. Diese sind naturgemäß übertragbar, weshalb eine Ansteckung, etwa zwischen Partnern, nicht ausgeschlossen ist.

Risikofaktoren für Zahnfleischrückgang: Übertragung in der Schwangerschaft

Weil sich die mit dem Beginn einer Schwangerschaft einhergehenden hormonellen Schwankungen auch auf die Mundschleimhaut auswirken können, kann es während dieser Zeit auch zur Vermehrung schädlicher Bakterien kommen, da diese leichter als üblich in die Schleimhaut eindringen können.

Wenn die Keime in tiefere Schichten der Zähne gelangen, wo sie nicht einfach mit der Zahnbürste entfernt werden können, kann es zu einer Art von Zahnfleischrückgang kommen, die auch als Schwangerschaftsgingivitis bezeichnet wird. Sie tritt oftmals in den ersten Monaten der Schwangerschaft auf und kann eine genetische Übertragung auf das ungeborene Kind zur Folge haben.

Risikofaktoren für Zahnfleischrückgang: Mundatmung

Wer kontinuierlich durch den Mund atmet, begünstigt die Austrocknung der Mundschleimhäute, wodurch es zur Ansiedlung und Vermehrung von schädlichen Bakterien kommen kann. Die moderne Medizin hält für Gewohnheiten wie die Mundatmung effektive Lösungen bereit, etwa eine sogenannte Mundvorhofplatte, mit der diese Art der Atmung nachhaltig behoben werden kann.

Risikofaktoren für Zahnfleischrückgang: Zähneknirschen

Wer unter Zähneknirschen, einer allgemeinen Fehlbelastung der Zähne oder unter Funktionsstörungen des Kiefergelenks leidet, bei dem kann es damit einhergehend zu einem Rückgang des Zahnfleischs kommen.

Oftmals geschieht Zähneknirschen in der Nacht. Es gilt als Reaktion auf anhaltenden Stress, die nebenbei dazu beiträgt, dass die Zähne dauerhaft überlastet werden. Weil es durch diese Fehlfunktion auch zu einer niedrigeren Durchblutung des Zahnfleischs kommt, kann eine Folge davon auch Zahnfleischschwund sein.

Risikofaktoren für Zahnfleischrückgang: Schwaches Immunsystem

Wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann das Auswirkungen auf sämtliche Körperfunktionen haben und auch den Zustand von Gebiss und Zahnfleisch negativ beeinträchtigen. Stoffwechselstörungen, chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus und schwere Erkrankungen wie Aids oder andere Immunkrankheiten sind dafür extreme Beispiele.

Doch auch äußere Faktoren spielen eine Rolle für die Stärke der körpereigenen Abwehr. Dazu zählt etwa Rauchen, das als eines der bedeutendsten Risikofaktoren für ein geschwächtes Immunsystem gilt. Raucher sind dementsprechend auch besonders anfällig für Entzündungen wie Parodontitis, die mit Symptomen wie Zahnfleischschwund einhergehen.

Risikofaktoren für Zahnfleischrückgang: Genetische Veranlagung

Zahnfleischentzündungen und damit zusammenhängende Symptome wie Zahnfleischschwund können auch genetisch bedingt sein. Im fortgeschrittenen Stadium kann dies Einfluss auf die Entstehung allgemeiner Erkrankungen haben, welchen Zahnfleischprobleme vorausgehen können, etwa Herzerkrankungen oder Diabetes mellitus.

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