Zahnschmerzen

Im Idealfall reihen sich die Zähne im Mund harmonisch auf dem Ober- und Unterkiefer, während die Zahnwurzel fest im Kieferknochen verankert ist, die weißen Zahnkronen strahlen und der Zahnhals von gut durchblutetem, rosafarbenen Zahnfleisch umgeben ist.

In der Realität beeinträchtigen Zahnschmerzen im Laufe der Zeit das allgemeine Wohlbefinden immer einmal wieder, und das mitunter heftig. Es gibt viele Gründe für Zahnschmerzen – dank der modernen Zahnmedizin lassen sich viele Ursachen jedoch glücklicherweise einfach und schnell kurieren.

Umso wichtiger ist es, mit der Unterstützung des Zahnarztes rasch die Ursache für den Schmerz herauszufinden.

Ursachen für Zahnschmerzen

Zahnschmelzkaries

Wenn Zahnschmerzen über mehrere Tage bestehen bleiben und einer oder mehrere Zähne zudem beim Verzehr von Heißem oder Süßem schmerzen, ist eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Kariesinfektion gegeben. In diesem Fall sollte so rasch wie möglich ein Termin beim Zahnarzt folgen.

Dasselbe gilt für dumpfe, stechende oder auch pochende Zahnschmerzen. Sollten solche Schmerzen anhalten oder auch in Schüben auftreten, ob beim Kauen, Beißen oder auch im ruhigen Zustand, müssen die Zähne alsbald untersucht werden.

Auch wenn Sie unter regelmäßigem Zahnfleischbluten leiden, das Zahnfleisch schmerzt oder die Umgebung einer ganzen Zahnreihe anschwillt und Schmerzen verursacht, sollte der Zahnarzt zu Rate gezogen werden.

Mögliche Ursachen von Zahnschmerzen sind:

  • freiliegende Zahnhälse
  • geringe Zahnschmelzdichte
  • Kariesinfektion
  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis)
  • Parodontitis (Entzündung des Zahnbetts)
  • Zahnwurzelentzündungen oder Wurzelspitzenentzündungen
  • tote Zähne
  • Zahnspangen und Prothesen
  • Zahnfehlstellungen
  • Weisheitszähne
  • Zahnentwicklung bei Kindern
  • Nachwirkung von Zahnbehandlungen
  • Zähneknirschen
  • Entzündung im Ober- oder Unterkiefer
  • Kieferfehlstellung (kraniomandibuläre Dysfunktion)
  • Trauma/Verletzungen
  • Phantomschmerzen)
  • Entzündung der Mundschleimhaut
  • wenig Speichel/Mundtrockenheit
  • Nebenhöhlenentzündung
  • Mittelohrentzündung
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Gürtelrose (Gesichtsrose)
  • Glaukomanfall
  • Anzeichen für Herzinfarkt (sehr selten!)

Ursachen für Zahnschmerzen: Entzündungen

Zahnfleischentzündung

Um die Zähne und das Zahnfleisch gesund zu halten, benötigt die Mundhöhle eine Balance aus notwendigen Bakterien, die für die gesunde Mundflora verantwortlich sind. Wenn die Mundschleimhaut wegen einer Infektion belastet ist, kann diese Entzündung auf ohnehin geschwächte Zähne übergehen und Schmerzen verursachen.

Bei der Kontrolluntersuchung muss vom Zahnarzt überprüft werden, ob die Zahnschmerzen von Karies herrühren oder eine andere Zahnerkrankung dem Symptom zugrunde liegt. Eine häufige Ursache, die ebenfalls Zahnschmerzen verursachen kann, ist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), eine Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis), eine Zahnmarkentzündung (Pulpitis) oder eine Entzündung der Zahnwurzel.

Abszess, Nebenhöhlen, Nervenerkrankungen

Zahnwurzelentzündung

Daneben kann der Grund für eine dicke Backe auch ein Abszess im Bereich der Zahnwurzel oder des Kiefers sein, der mitunter starke, pochende Schmerzen verursacht.

Auch Entzündungen im Gesichtsbereich, wie etwa der Nebenhöhlen sowie des Mittelohrs, können auf Zähne und Kiefer übergehen und dort zum Teil starke Schmerzen hervorrufen. Manchmal kann bereits eine einfache Erkältung zu Zahnschmerzen führen.

Auch im Fall von Erkrankungen der Gesichtsnerven, beispielsweise einer Trigeminusneuralgie, können Zahnschmerzen entstehen. Dasselbe gilt für die Gürtelrose im Gesicht, denn diese entzündliche Viruserkrankung kann nicht nur bis zum Ohr, sondern auch bis in die Zähne schmerzhaft zu spüren sein.

Ursachen für Zahnschmerzen: Allgemeine Erkrankungen

Manche Erkrankungen haben Auswirkungen auf die Dichte des den Zahn schützenden Zahnschmelzes, etwa Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder auch Autoimmunerkrankungen wie Zöliakie. Allgemein sind Diabetiker oftmals anfälliger für Entzündungen, die sich mitunter im Zahnbereich entwickeln können.

Ursachen für Zahnschmerzen: Zahnentwicklung und Weisheitszähne

Weil die Zahnentwicklung bei Babys und Kleinkindern mit ungewohnten Druckschmerzen einhergehen kann, ist auch hier eine mögliche Quelle für Zahnschmerzen zu finden.

Wenn bei Erwachsenen die sogenannten Weisheitszähne durchbrechen, kommt es wegen Platzmangels im Kiefer zu teils heftigen Schmerzen. Ebenso können Zähne, die sich nicht gleichmäßig in die Zahnreihe eingliedern, durch die Enge im Gebiss zu Zahnschmerzen führen. Dasselbe gilt für Zahnersatz, der bei schlechtem Sitz Schmerzen an einem oder mehreren Zähnen begünstigen kann.

Ursachen für Zahnschmerzen: Zähneknirschen

Wenn regelmäßig starker Druck auf den Zähnen lastet, so wie im Fall von nächtlichem Zähneknirschen, kann es in der Folge der Überbelastung des Gebisses ebenfalls zu Schmerzen kommen. Es empfiehlt sich darum, gegen diese vor allem durch Stress ausgelöste Gewohnheit durch eine sogenannte Knirscherschiene und spezielle Entspannungsmethoden vorzugehen.

Ursachen für Zahnschmerzen: Nach der Zahnbehandlung

Treten nach einer Zahn- oder einer Wurzelbehandlung Schmerzen auf, sobald die Betäubung ihre Wirkung verliert, ist das völlig normal. Wurde einer oder mehrere Zähne gezogen, so kann die betroffene Stelle und auch die Umgebung noch Tage später Schmerzen verursachen. Bei anhaltenden, pochenden Schmerzen, eventuell begleitet von Fieber, sollte hingegen der Zahnarzt erneut aufgesucht werden.

Im Zusammenhang mit Zahnbehandlungen kann es in seltenen Fällen auch zu sogenannten Phantomschmerzen kommen. Bei manchen Patienten existieren Beschwerden in Verbindung mit einem Zahn sogar über Jahre hinweg, ohne dass eine klare Ursache zu erkennen wäre. Solche Nervenschmerzen treten oftmals nach einer Zahnbehandlung auf, können aber auch in einem anderen Kontext entstehen.

Sämtliche Therapiemaßnahmen an den Zähnen bleiben dann entsprechend ohne Erfolg, bis die Phantomschmerzen als Ursache bemerkt und gezielt behandelt werden konnten. In Fällen von Phantomschmerzen kann die moderne Zahnheilkunde jedoch mit speziellen psychologischen Therapieansätzen sowie eigenen Entspannungsmethoden gegensteuern.

Ursachen für Zahnschmerzen: Kieferprobleme

Probleme mit den Zähnen und dem Kiefer gehen durch ihre enge anatomische Verbindung Hand in Hand und können sich gegenseitig verstärken. So geht etwa eine Zahnfleischentzündung ohne ausreichende Behandlung in eine Parodontitis über und greift früher oder später auch den Kieferknochen an, der sich in der Folge zurückbilden kann.

Doch auch der umgekehrte Weg ist möglich, wenn durch eine Entzündung am Kieferknochen im Ober- oder Unterkiefer die benachbarten Zähne mitunter starke Schmerzen verursachen. Daneben können Zahnschmerzen und Schmerzen des Gesichts auch von Fehlstellungen der Kiefer herrühren, wenn eine sogenannte kraniomandibuläre Dysfunktion vorliegt. Und auch ein Abszess oder eine Wucherung im Bereich des Kiefers kann so stark auf die Zahnwurzel und die Zahnnerven einwirken, dass dies mit Schmerzen einhergeht.

Ursachen für Zahnschmerzen: Mundtrockenheit

Ein trockener Mund begünstigt auf Dauer ebenfalls Zahnschmerzen, da sich im Mundraum zahllose Keime ansiedeln. Normalerweise wird der Großteil durch regelmäßige Zahnpflege und durch den körpereigenen Speichel beseitigt. Wenn die Speichelproduktion hingegen gering ist, bleibt dieser schützende Film aus.

Mundtrockenheit wird vor allem durch Mundatmung tagsüber und/oder nachts verursacht. Aber auch bestimmte Medikamente sowie Erkrankungen wie Diabetes können dieses Symptom hervorrufen.

Ursachen für Zahnschmerzen: Kopfweh und Migräne

Wenn im Bereich des Kopfes Schmerzen bestehen, können diese bis in die Zähne ausstrahlen. Kopfschmerz- und Migränepatienten kennen das Gefühl, wenn das Ziehen oder auch ein dumpfer Druckschmerz sich bis ins Gebiss hin ausweitet und Zahnschmerzen verursacht.

Ursachen für Zahnschmerzen: Glaukomanfall und Herzinfarkt

In seltenen Fällen kann ein Glaukomanfall mit Zahnschmerzen in Verbindung stehen. Ein solcher Anfall kann vorkommen, wenn die Augenerkrankung Grüner Star, auch Glaukom genannt, vorliegt. Mit den Zahnschmerzen gehen in diesem Fall auch starke Schmerzen der Augen und des Kopfes sowie Übelkeit und Sehstörungen einher.

Sollte der Verdacht auf einen Glaukomanfall bestehen, ist unmittelbar eine augenärztliche Behandlung notwendig.

Anders als gemeinhin bekannt, können Schmerzen, die einem Herzinfarkt vorausgehen, nicht nur die Brust betreffen, sondern auch den Rücken, den Arm, den Bauch sowie den Kiefer, weshalb auch Zahnschmerzen damit einhergehen können. Begleitet werden diese Symptome jedoch häufig mit anderen Erscheinungen wie Enge in der Brust, Atemnot, Blässe, kaltem Schweiß und Kreislaufschwäche. Wichtig: Zahnschmerzen sind nur in sehr seltenen Fällen ein Warnsignal für einen drohenden Infarkt.

Bei Signalen für einen Herzinfarkt ist umgehend der Notarzt zu rufen.

Wie Zahnschmerzen entstehen

Im gesunden Zustand formen Zahnkrone und Zahnwurzel das sogenannte Zahnbein. Überzogen ist der sichtbare, obere Teil von einer sehr harten Schicht, dem Zahnschmelz. Dieser mineralhaltige Überzug ist wichtig, um das Zahnbein vor schädlichen Säuren und Bakterien zu bewahren.

In diesem Bereich des Zahns verlaufen bereits hauchfeine Nervenfasern, welche eventuell auftretende Schmerzen weiterleiten. Des Weiteren fügt sich das Zahnbein an seinem von außen nicht sichtbaren Teil auch in den Kieferknochen ein und ist dort ebenfalls von einer Schutzschicht umhüllt, dem sogenannten Zahnzement sowie dem Zahnfleisch. In der Gesamtheit bilden diese einzelnen Elemente den Zahnhalteapparat. Im Fall einer Parodontitiserkrankung ist dieser Zahnhalteapparat entzündet.

Im Zahnbein existiert außerdem ein Hohlraum, der das Zahnmark enthält. Diese sogenannte Pulpa ist durchzogen von Nervenfasern und Gefäßen, welche durch den Wurzelkanal in den Kieferknochen reichen. Auch hier liegt eine Quelle von Zahnschmerzen: Wenn das Zahnmark etwa durch eine Kariesinfektion erkrankt, kann das mit heftigen Schmerzen einhergehen.

Gute Keime, schlechte Keime

Dass die Mundhöhle von unzähligen Keimen besiedelt wird, ist normal und bis zu einem gewissen Grad absolut gesund, solange die Mundflora in Balance ist. Dank des Zahnschmelzes und des Zahnfleischs sind die Zähne optimal gegen bakterielle Attacken durch Bakterien und Säuren geschützt.

Zahnschmerzen entstehen erst, wenn die äußere Schutzschicht geschwächt wird. Dann können schädliche Erreger vordringen und sowohl das Zahnbein als auch das Zahnmark angreifen – wodurch letztlich der gesamte Zahn in Mitleidenschaft gezogen und zerstört werden kann.

Es ist wichtig zu wissen, dass der körpereigene Speichel eine bedeutende Reinigungs- und Schutzfunktion im Mundraum hat. Nicht nur beseitigt er zahllose Bakterien und potenzielle Krankheitserreger sowie Speisereste aus dem Mund; er besteht auch zu einem guten Teil aus Abwehrstoffen, die dafür sorgen, dass Entzündungen und gereizte Stellen im Mund zügig verheilen. Im Umkehrschluss gilt, dass eine geringe Speichelproduktion die Zähne leichter angreifbar für schädliche Erreger macht.

Risiken von Zahnschmerzen

In der Regel liegen Zahnschmerzen keine bedrohlichen Ursachen zugrunde. Es ist jedoch wichtig, die Ursache für den Schmerz bald aufzuspüren, damit eventuell notwendige Behandlungen schnell erfolgen und ihre Wirkung entfalten können.

Bleiben Entzündungsherde hingegen über einen längeren Zeitraum untherapiert, zum Beispiel im Zahnfleisch, so können die schädlichen Keime vom Mundraum aus die Blutbahn erreichen und dort auf andere Körperregionen übergehen. Die Folge einer anfangs noch behandelbaren Parodontitis können dann mit der Zeit beispielsweise Erkrankungen der Atemwege sein, aber auch Herzklappenstörungen, Rheuma und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt sowie Schlaganfall.

Umso wichtiger ist es darum, Zahnschmerzen einerseits mit gründlicher Mundhygiene entgegenzuwirken, und andererseits auch eine achtsame Lebensweise zu pflegen: Es sind nicht zuletzt Gewohnheiten wie zuckerlastige Ernährung, die Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleischs verursachen.

Daneben ist eines der größten Risiken für kranke Zähne und damit auch für Zahnschmerzen das Rauchen. Nicht nur, dass es zu Durchblutungsstörungen führt und damit das Zahnfleisch dauerhaft schwächt und somit Entzündungen begünstigt; es setzt auch der allgemeinen Immunabwehr des Körpers zu und schränkt so die wichtige Funktion ein, gefährliche Erreger aus dem System fernzuhalten.

Risiko für Zahnschmerzen: Beschädigter Zahnschmelz

Durch Verletzungen im Mundraum kann der schützende Zahnschmelz Risse erleiden, es kann zu Brüchen kommen, und auch das Zahnfleisch kann beschädigt werden. Gründe dafür können einerseits scharfe oder spitze Fremdkörper sein, die zum Teil winzige Schäden verursachen, oder auch chemische Stoffe, die zu Reizungen führen.

Risiko für Zahnschmerzen: Falsches Zähneputzen

Daneben kann eine falsche Technik beim Zähneputzen verantwortlich für den Verlust von Zahnschmelz sein, wenn etwa mit zu viel Druck vorgegangen und regelrecht geschrubbt wird. Dann wird der wichtige Zahnschmelz regelrecht abgerieben, und womöglich wird durch falsche Bewegungen das Zahnfleisch immer mehr nach oben geschoben.

Risiko für Zahnschmerzen: Unzureichendes Zähneputzen

Eine andere Gefahr liegt in zu seltener Reinigung der Zähne, denn dann können sich schädliche Beläge festsetzen, die einen Nährboden für Keime und Erreger bilden und zudem mit der Zeit zu Zahnstein werden können.

Vermehren sich in den Belägen schädliche Bakterien und bilden aus den Zuckern der im Mund verbleibenden Nahrung Säuren, können diese Stoffwechselprodukte sich durch den Zahnschmelz regelrecht hindurchfressen – die Folge ist oftmals Karies, die wiederum mit Zahnschmerzen einhergeht.

Darüber hinaus erhöht sich durch die Vermehrung der Bakterien im Zahnbelag, der sogenannten Plaque, auch die Gefahr für eine Parodontitis. Wenn das Zahnfleisch nach einer unbehandelten Entzündung anschwillt und gerötet ist, womöglich blutet und sich mit der Zeit immer stärker zurückbildet und damit die Zahnhälse freiliegen, können sich sogenannte Zahnfleischtaschen entwickeln, in welchen die gefährlichen Keime optimale Bedingungen zur Vermehrung finden.

Bleibt auch diese Entzündung unbehandelt, greift sie früher oder später auf den Knochen über. In der Konsequenz beginnt der Zahn, sich allmählich zu lockern. In diesem Stadium ist die Gefahr des Zahnverlusts gegeben.

Vorbeugen gegen Zahnschmerzen: Starkes Immunsystem

Die Gesundheit des ganzen Körpers, und damit auch die Zahngesundheit, steht und fällt mit einer starken Immunabwehr. Darin liegt auch der Grund, dass manche Menschen ein gegen zahlreiche Widerstände robustes Zahnfleisch sowie einen starken Zahnschmelz haben, obwohl sie ebenso bedrohlichen Bakterien ausgesetzt sind wie andere Menschen.

Manche Menschen, die sich täglich und gewissenhaft der Mundhygiene widmen, sind nichtsdestoweniger für Zahnfleischentzündungen und Parodontitis anfällig. In der Abwehr der Erreger war das Immunsystem dann schlicht weniger schlagkräftig.

Gründe für eine schwache Immunabwehr

Für eine geschwächte Abwehr können bereits die Gene verantwortlich sein. Jedoch können auch bestimmte Krankheiten ihren Teil dazu beitragen, etwa Diabetes mellitus oder Autoimmunerkrankungen. Daneben verfehlen auch Risikofaktoren wie Rauchen, anhaltender Stress sowie schlechte Ernährung und wenig Bewegung ihre negative Wirkung auf das Immunsystem nicht.

Vorbeugen gegen Zahnschmerzen: Gute Zahnhygiene

Ob das Immunsystem individuell stärker oder schwächer ist: Am wichtigsten für die Vorbeugung gegen Zahnschmerzen und die Krankheiten, durch die sie verursacht werden, bleibt die gründliche, tägliche Hygiene der Zähne und des gesamten Mundraums. Denn in einer unzureichend gereinigten Umgebung kann sich Plaque bilden, können sich Bakterien ansammeln, vermehren und mitunter schwere Folgen für die Gesundheit der Zähne und des Zahnfleischs haben.

Ebenso wichtig wie die gewissenhafte tägliche Pflege der Zähne ist die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt. Denn es gilt: Je früher eine Erkrankung diagnostiziert wird, desto rascher kann sie behandelt und mit desto weniger Aufwand kann sie kuriert werden. Während der Kontrolluntersuchung kann der Zahnarzt zudem Zahnstein entfernen, der durch Putzen nicht zu beseitigen ist und ebenfalls einen Nährboden für schädliche Bakterien bildet.

Wer über die tägliche Reinigung zu Hause und die zweimal jährlich empfohlene zahnmedizinische Kontrolle hinaus regelmäßig eine Professionelle Zahnreinigung durchführen lässt, der hat schon eine Menge für die Vorbeugung gegen Zahnschmerzen unternommen.

Zahnschmerzen: Wann der Arzt aufgesucht werden sollte

Reagieren die Zähne von Zeit zu Zeit empfindlich auf Kaltes oder Süßes, ist noch nicht zwangsläufig der Gang zum Zahnarzt nötig. Vielmehr sollte in diesem Fall noch mehr als ohnehin auf eine gewissenhafte Zahnhygiene geachtet werden.

Erst wenn die Beschwerden sich verstärken oder über mehrere Tage hinweg anhalten, sollten Sie einen Zahnarzt konsultieren, um so frühzeitig wie mögliche eine notwendige Behandlung zu beginnen.

In diesen Fällen von Zahnschmerzen sollten Sie den Zahnarzt aufsuchen:

  • Wenn die Zahnschmerzen und sonstigen Beschwerden ungeachtet gründlicher Zahnpflege andauern und gleichzeitig Empfindlichkeit auf Heißes und Süßes besteht
  • Wenn ein dumpf pochender Schmerz in einem oder mehreren Zähnen sich immer mehr verstärkt
  • Wenn die Umgebung eines schmerzenden Zahns anschwillt
  • Wenn Zahnschmerzen oft und scheinbar ohne direkte Ursache auftreten
  • Wenn das Zahnfleisch regelmäßig blutet, etwa beim Essen oder beim Zähneputzen
  • Wenn stechende Zahnschmerzen plötzlich auftreten
  • Wenn beim Kauen oder auch beim Zusammenbeißen der Zähne Schmerzen auftreten
  • Wenn zu den Zahnschmerzen auch Schmerzen des Kiefers, des Kopfes, des Gesichts oder Fieber auftreten

Eine sehr selten auftretende Ausnahmesituation besteht dann, wenn sehr starke Zahnschmerzen vom gesamten Kiefer auszugehen scheinen und meistens gleichzeitige Beschwerden im Bereich von Brustkorb oder Bauch, im Arm, im Nacken oder Rücken sowie Übelkeit hinzukommen. In solchen Fällen ist unverzüglich der Notarzt zu kontaktieren, da es sich um Anzeichen für einen Herzinfarkt handeln kann.

Auch wenn starke Schmerzen der Augen mit Zahnschmerzen einhergehen, sollte der Notarzt gerufen oder eine Augenklinik aufgesucht werden, da es sich um einen Glaukomanfall handeln kann.

Zahnschmerzen als Signal

Je nachdem, wo der Schmerz sitzt und wie er sich anfühlt, können Zahnschmerzen einen Hinweis auf andere Erkrankungen geben. Als Patient ist es deshalb wichtig, die Art des Schmerzes möglichst genau zu beschreiben.

Tritt der Schmerz stechend auf oder eher dumpf, brennt die Stelle oder pocht sie, gibt es weitere Körperteile oder -stellen, die gleichzeitig schmerzen, liegen außerdem Schwellungen vor oder womöglich Übelkeit oder Fieber? Je genauer Sie Ihre Symptome beschreiben, umso deutlicher können die Signale sein, dass die Zahnschmerzen aus anderen Körperregionen als vom Mundraum ausgehen.

Wichtig kann es auch sein, den Arzt über eventuell bestehende Erkrankungen zu informieren, mögen sie akut oder chronisch sein. Wenn beispielsweise eine Nebenhöhlenentzündung vorliegt oder vor kurzem eine Verletzung geschehen ist, wenn Krankheiten wie Diabetes, Asthma oder andere Grunderkrankungen der Fall sind, so sollte der Zahnarzt dies in die Diagnose der Ursache für die Zahnschmerzen mit einbeziehen.

Auch Informationen zu Risikofaktoren wie Rauchen, eine akute Belastung durch Stress und/oder besondere Lebens- und Ernährungsgewohnheiten können für die Untersuchung eine wichtige Rolle spielen. Versuchen Sie darum, Ihren Arzt so detailliert wie möglich zu informieren.

Zahnschmerzen: Untersuchung beim Zahnarzt

Im Anschluss an ein Gespräch und den Austausch wichtiger Informationen über eine eventuelle Krankengeschichte, wird bei der Untersuchung oftmals der gesamte Hals- und Kopfbereich abgetastet, um mögliche Ursachen für die Zahnschmerzen zu finden.

Zudem wird der betroffene Zahn sowie das gesamte Gebiss mithilfe eines Spiegels und einer Untersuchungssonde von Nahem betrachtet. Des Weiteren wird geprüft, ob die Schutzschicht der Zähne – der Zahnschmelz – angegriffen ist, ob sich womöglich schädliche Plaque gebildet hat und ob vorhandene Füllungen weiterhin fest auf dem Zahn sitzen.

Daneben geben auch die Beschaffenheit sowie der Zustand der gesamten Mundhöhle, der Zunge und auch die Kontrolle des richtigen Aufbisses Aufschluss darüber, in welchem Zustand sich Zähne und Kiefer befinden.

Um zu prüfen, ob ein Zahn abgestorben sein könnte, wird der Zahnarzt die betroffene Stelle kurz mit einer eiskalten Substanz berühren. So kann getestet werden, ob die Nerven auf diesen Reiz noch reagieren.

Wenn sich durch eine Parodontitis bereits sogenannte Zahntaschen gebildet haben, in welchen sich Bakterien ansammeln, wird der Zahnarzt mit einer speziellen Sonde messen, wie tief sich diese Taschen bereits entwickelt haben.

Die zahnärztliche Kontrolle ist bei anhaltenden Zahnschmerzen unabdingbar: Nur mit einer gründlichen Untersuchung kann der Zahnarzt Erkrankungen wie Karies oder Entzündungen wie Gingivitis (Zahnfleischentzündung) sowie Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) frühzeitig erkennen und behandeln.

Zahnschmerzen: Untersuchung durch Röntgen und Labortest

Wenn gravierende Zahnschäden an den Zähnen und in den Zwischenräumen voranschreiten – etwa im Fall von starker Karies –. kann der Zahnarzt bei Bedarf mithilfe von Röntgenbildern diese oftmals verborgenen Stellen ausfindig machen.

Auch beschädigte Füllungen sowie Entzündungen der Zahnwurzel, Abszesse und Kieferknochenschäden können durch Röntgen leichter ermittelt werden. Glücklicherweise ermöglichen es moderne Maßnahmen wie die digitale, dreidimensionale Röntgentechnik (digitale Volumentomographie), diesen Vorgang bei weitaus niedrigerer Strahlenbelastung durchzuführen, als es früher der Fall war.

Besteht die Ursache für Zahnschmerzen in einer hartnäckigen, fortgeschrittenen Parodontitis, wird der Zahnarzt außerdem Proben des Sekrets entnehmen, das aus der Zahntasche austritt. Dieses kann im Labor daraufhin auf Krankheitserreger untersucht werden. Je nach Bedarf kann im Anschluss eine Antibiotikabehandlung geraten sein.

Zahnschmerzen: Besser frühzeitig handeln

Wenn der Zahnarzt eine Zahnerkrankung diagnostiziert hat, können die notwendigen Schritte zur Behandlung kommuniziert werden. Diese Schritte sind abhängig von der Ursache der Zahnschmerzen und der Intensität der Symptome.

So kann es etwa sein, dass eine Kariesinfektion oder eine Parodontitis sich noch in einem frühen Stadium befindet. In diesen Fällen zeigen meistens schon kleine Schritte große Wirkung. Wenn hingegen durch eine Parodontitis bereits der Kieferknochen in einen Schwund begriffen ist, so müssen entsprechend aufwendigere Maßnahmen erfolgen.

Zahnschmerzen durch Karies

Dentinkaries

So kann etwa eine Karies, die noch nicht stark fortgeschritten ist und noch keine starken Beschwerden verursacht, durch den Einsatz eines speziellen zahnmedizinischen Fluoridpräparates effektiv behandelt und kuriert werden. Erst wenn die Karies voranschreitet, wird es nötig, an der betroffenen Stelle zu bohren und eine Füllung einzusetzen.

Zahnwurzelentzündung

Daneben erfordert eine Entzündung der Zahnwurzel, die eine Folgeerscheinung von Karies sein kann, eine weitaus umfangreichere, spezielle Behandlung und in manchen Fällen auch einen chirurgischen Eingriff.

Zahnschmerzen durch Parodontitis

Parodontose (Frühstadium)

Ähnlich verhält es sich mit einer Parodontitis, die in der Regel aus einer unbehandelten Zahnfleischentzündung hervorgeht. Befindet sie sich im Anfangsstadium, schreitet sie oft nur schwer bemerkbar voran – Signale sind etwa regelmäßiges Zahnfleischbluten.

In diesem Stadium gibt es noch die Möglichkeit, die für die Entzündung verantwortlichen Zahnbeläge, in denen sich schädliche Bakterien einnisten und vermehren, mit speziellen Instrumenten zu entfernen. Für die Nachsorge bietet es sich an, regelmäßig eine Professionelle Zahnreinigung einzuplanen, um den gesamten Mundraum gründlich und nachhaltig sauber zu halten.

Diese Maßnahmen können eine voranschreitende Parodontitis manchmal noch aufhalten, sodass sich das entzündete Zahnfleisch erholen und wieder schützend um den Zahnhals fügen kann. Bevor dies der Fall ist, ist in der Regel eine gewissenhafte Nachsorge und unter Umständen auch eine medikamentöse Therapie notwendig, etwa mit Antibiotika. Seltener sind operative Maßnahmen angeraten, wenn die Parodontitis bereits sehr tief vorangeschritten ist, oder wenn Abszesse, Wucherungen oder bestimmte Kiefererkrankungen der Fall sind.

Fazit: Je früher die Ursache für Zahnschmerzen feststeht und behandelt werden kann, desto unbeschwerlicher sind in der Regel die Konsequenzen und die Dauer der nachfolgenden Behandlung.

Wie Sie Zahnschmerzen selbst vorbeugen können

Das A und O, um Zahnschmerzen zu verhindern, ist Mund- und Zahnpflege – täglich und gründlich. Darüber hinaus gibt es eine Reihe nützlicher Tipps, die bei richtiger Anwendung eine Menge für die Vorbeugung von Zahnschmerzen und den zugrundeliegenden Erkrankungen bewirken.

Die wichtigsten Tipps zur Vorbeugung von Zahnschmerzen sind:

  • Täglich mindestens zweimal täglich gründlich an den Außen- und Innenseiten sowie auf den Kauflächen putzen.
  • Achten Sie bei der Reinigung auf die Zahnzwischenräume, denn hier kann sich schädliche Plaque besonders hartnäckig und unbemerkt absetzen. Nutzen Sie einmal täglich Zahnseide oder Interdentalbürstchen, um diese Bereiche zu säubern.
  • Reinigen Sie auch Ihre Zunge mit einem in der Drogerie erhältlichen Zungenschaber täglich von Bakterien.
  • Achten Sie auf eine Zahnbürste ohne harte Borsten und üben Sie beim Putzen keinen starken Druck aus, um den schützenden Zahnschmelz nicht abzureiben. Optimal sind sanfte Kreisbewegungen.
  • Verwenden Sie eine Zahnpasta ohne starke chemische Zusätze, die Fluorid enthält und damit den Zahnschmelz stärkt.
  • Nutzen Sie ggf. eine antibakterielle Mundspüllösung, um Entzündungen noch effektiver zu verhindern.
  • Lassen Sie sich bei allen Fragen rund um Reinigung und Produkte von Ihrem Zahnarzt beraten, er gibt Ihnen viele wertvolle Tipps.
  • Alle vier bis zwölf Wochen sollte die Zahnbürste gewechselt werden. Spätestens seitlich abstehende Borsten sind ein dringendes Zeichen für den notwendigen Wechsel.
  • Warten Sie nach dem Essen eine halbe Stunde, bevor Sie sich die Zähne putzen. Insbesondere nach dem Verzehr von sauren Speisen wie etwa Zitrusfrüchten sollte dieser Zeitraum eingehalten werden, da die Säure sonst den Zahnschmelz angreifen kann.
  • Vereinbaren Sie regelmäßig einen Kontrolltermin bei Ihrem Zahnarzt, um etwaige Erkrankungen rasch erkennen und behandeln zu lassen. Empfohlen werden zwei Untersuchungen pro Jahr.
  • Investieren Sie regelmäßig in eine Professionelle Zahnreinigung, um den gesamten Mundraum so gründlich wie möglich sauber zu halten und schwer zugängliche Stellen von Belägen zu befreien.
  • Verzichten Sie auf Risikofaktoren wie Rauchen und verhindern Sie damit womöglich nicht nur zahlreiche Erkrankungen, die zu Zahnschmerzen führen. Raucher weisen eine schlechte Durchblutung von Mundschleimhaut und Zahnfleisch auf und leiden durch den Einfluss von Nikotin oftmals unter Gefäßverengungen. Insgesamt ist die körpereigene Abwehr von Rauchern geschwächt, was Erregern zahlreicher Krankheiten Eintritt verschaffen kann.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung ohne hohen Zuckerkonsum, bauen Sie stattdessen vermehrt auf Vollkornprodukte, Obst und Gemüse.
  • Bauen Sie Bewegung in Ihren Alltag ein und integrieren Sie auch Rituale zum Stressabbau. Wer weniger unter Stress leidet, stärkt damit auch gezielt seine Abwehrkräfte.

Hausmittel gegen Zahnschmerzen

Obwohl bei anhaltenden Zahnschmerzen stets der Zahnarzt aufgesucht werden sollte, gibt es traditionell bewährte Hausmittel, die in leichteren Fällen den Schmerz beruhigen und die Symptome lindern können.

Nicht wenige Pflanzen können durch ihre entzündungshemmende und/oder antibiotische Wirkung helfen, wenn Zahnschmerzen plagen. Die meisten Hausmittel können als Tee getrunken und als Mundspülung mehrmals täglich eingesetzt werden.

Daneben ist es wichtig, den Körper nicht überzustrapazieren. Verzichten Sie darum möglichst auf harte Arbeit, Sport und andere Anstrengungen und versuchen Sie, möglichst viel zu ruhen, um den Körper nicht unnötig zu belasten.

Die bewährtesten Hausmittel gegen Zahnschmerzen sind:

  • Feuchte Umschläge: mit Eisbeutel oder kaltem Wasser. Die Kälte verringert die Durchblutung an den betroffenen Stellen und lindert damit Schmerzen, zudem können sich Schwellungen durch Kälte schneller verringern.
  • Gewürznelken: Sie können gekaut werden und so eine entzündungshemmende Wirkung entfalten.
  • Kamille: Kamillenblüten wirken antibakteriell und können als Tee sowie als Mundspüllösung eingenommen werden, auch Umschläge mit Kamille können helfen.
  • Knoblauch: besitzt natürliche antibiotische Eigenschaften.
  • Nelkenöl: Ein paar Tropfen mit viel Wasser verdünnen, das Gemisch kann zum Gurgeln oder als Mundspüllösung verwendet werden.
  • Rosmarin: Zum Kauen, als Tee, Mundspülung oder Umschlag
  • Salbei: Als Tee, Mundspülung oder Umschlag
  • Teebaumöl: Wenige Tropfen mit reichlich Wasser verdünnt können zum Gurgeln oder als Mundspüllösung eingesetzt werden.
  • Thymian: Als Tee, Mundspülung oder Umschlag