Mundgeruch (Halitosis)

Wer unter Halitosis leidet, umgangssprachlich Mundgeruch genannt, redet nicht gerne darüber. Für Betroffene ist der schlechte Atem unangenehm, jedoch sollte das Thema beim Gespräch mit dem Zahnarzt kein Tabu sein, denn es ist wichtig, der Ursache auf den Grund zu gehen. Mundgeruch kann etwa ein Anzeichen dafür sein, dass sich schädigende Bakterien im Mundraum verbreitet haben.

Halitosis ist übrigens alles andere als eine Seltenheit: Rund ein Viertel aller Menschen leidet abhängig von der Tageszeit gelegentlich darunter. Nur bei etwa sechs Prozent der Betroffenen ist der Mundgeruch chronisch, hält also dauerhaft an.

Ursachen für Mundgeruch

Die häufigsten Ursachen für Mundgeruch sind:

  • mangelnde Mundhygiene
  • starkes Rauchen
  • viel Kaffee, Alkohol oder Nahrungsmittel wie Knoblauch, Zwiebeln, Sardellen und fettige Speisen
  • Fasten und Diäten, da in dieser Zeit der Speichelfluss zurückgeht
  • Zahnfleischentzündungen wie Gingivitis oder Parodontitis
  • unbehandelte Kariesinfektion
  • Mundinfektionen/Pilze (z.B. Soor)
  • Mundtrockenheit
  • Allgemeinerkrankungen

Bakterien als Ursache für Mundgeruch

Am häufigsten rührt Mundgeruch von bestimmten Bakterien auf der Zunge her. Deren Stoffwechselprodukte sind es, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich sind. Die Bakteriendichte auf der Zunge ist ausschlaggebend für die Entstehung von Halitosis – Menschen mit Mundgeruch weisen auf der Zunge eine bis zu 25 mal größere Zahl Bakterien auf als üblich.

Die Mundgeruch verursachenden Bakterien überleben auch ohne Sauerstoff, daher nisten sie sich in der Mundhöhle und dort speziell in den winzigen Vertiefungen der Zunge an, wo sie Eiweiße aus Speichel und Nahrungsresten zersetzen und damit Schwefelverbindungen produzieren. Diese sind für den schlechten Geruch verantwortlich.

Eher seltene Ursachen sind dagegen Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs, noch seltener liegt der Ursprung von Halitosis im Magen-Darm-Trakt.

Mangelnde Mundhygiene als Ursache für Mundgeruch

Unzureichende Hygiene im Mundraum ist ein Risiko für die Entstehung von Mundgeruch. Denn eine vermehrte Bakterienzahl auf der Zunge, aus denen Zahnbelag und infolgedessen Zahnfleischentzündungen entstehen können, gehen meistens mit Halitosis einher und sollten daher schon im ersten Schritt durch eine gründliche Hygiene vermieden werden.

Zweimal täglich gründliches Zähneputzen, einmal täglich Zahnseide sowie eine milde Zahncreme und die Ergänzung der Pflege durch ein antibakterielles Mundwasser sind, regelmäßig angewendet, eine gute Prophylaxe gegen Mundgeruch.

Zahnprobleme als Ursache für Mundgeruch

In vielen Fällen liegt der Auslöser für Mundgeruch in Erkrankungen der Zähne. So kann etwa eine Entzündung des Zahnfleischs (Gingivitis) oder des Zahnhalteapparats (Parodontitis) der Auslöser für Halitose sein. Diese müssen unbedingt zahnärztlich behandelt werden, da sie sich im Mundraum ausbreiten und langfristig sogar zu Zahnverlust führen können.

Darüber hinaus können auch unbehandelte Kariesinfektionen zu Mundgeruch führen, wenn der Befall eines oder mehrerer Zähne ohne ausreichende Behandlung geblieben ist und sich im Mundraum fortsetzt.

Undichte oder mangelhaft gearbeitete Zahnfüllungen sowie Kronen, Brücken und schlecht gereinigter Zahnersatz können ebenfalls durch eine vermehrte Ansammlung von Bakterien zu Mundgeruch führen und müssen ggf. erneuert oder ersetzt werden.

Mundtrockenheit als Ursache für Mundgeruch

Sämtliche Faktoren, die Mundtrockenheit verursachen, sind gleichzeitig ein Risiko für Mundgeruch, da die Speichelbildung eine große Rolle für die Gesundheit der Mundhöhle spielt.

Durch die im Speichel enthaltenen nützlichen Bakterien sowie die natürliche Spülfunktion können schädigende Bakterien sowie auf den Kauflächen hängengebliebene Speisereste normalerweise entfernt werden. Da jedoch mit dem Alter auch die Speicheldrüsen ihre Produktion verlangsamen, tritt Mundgeruch infolge von Mundtrockenheit häufiger auf.

Nicht nur das Lebensalter ist jedoch ein Faktor für die Entstehung von Mundtrockenheit, sondern auch die falsche Atmung (durch den Mund statt durch die Nase), Rauchen, Alkohol, bestimmte Medikamente, zu wenig Flüssigkeitsaufnahme sowie Stress.

Allgemeinerkrankungen als Ursache für Mundgeruch

Mundgeruch kann von einer Allgemeinerkrankung ausgehen, die noch nicht diagnostiziert wurde, weshalb es wichtig ist, den individuellen Ursprung der Halitose ausfindig zu machen: zuerst beim Zahnarzt und, sofern die Ursache nicht zahnmedizinisch behandelt werden kann, bei einem zuständigen Facharzt.

Behandlung von Mundgeruch

Schon mit wenigen Schritten, die sich auf Dauer leicht in den Alltag und in die tägliche Routine integrieren lassen, kann Halitosis effektiv angegangen werden. Vor allem eine sorgfältige tägliche Mundhygiene kann dafür sorgen, dass Ihr Atem bald wieder frisch und geruchlos wird.

Allgemein gilt, dass die Beseitigung der Ursache der beste Schutz vor Mundgeruch ist. Darum ist es wichtig, im ersten Schritt mithilfe Ihres Zahnarzts (oder ggf. einem anderen Facharzt) die Ursache ausfindig zu machen. In der Regel ist diese in bakteriellem Zungenbelag zu finden. Nicht nur, wenn Sie unter Mundgeruch leiden, sondern auch zur Vorbeugung, ist die Reinigung der Zunge unbedingt empfehlenswert. Fortan können Sie Zungenbelag zu Hause täglich selbst mit einem speziellen Zungenreiniger beseitigen, der in jeder Drogerie erhältlich ist.

Darüber hinaus lässt sich Plaque auf den Zähnen mit einer (nicht zu harten) Zahnbürste und einer milden, fluoridhaltigen Zahncreme ohne starke chemische Zusätze entfernen. Dazu können Sie Zahnseide nutzen sowie sich nach Bedarf die Reinigung mit speziellen Bürsten für die Zahnzwischenräume angewöhnen.

Ausreichend viel Speichelbildung ist ebenfalls ein Faktor, der Mundgeruch unwahrscheinlich macht. Kaugummi ist hier nur eine kurzfristige Lösung, da er nur während der Zeit des Kauens die Speichelproduktion verstärkt. Um Ihren Speichelfluss natürlich und dauerhaft anzuregen, können Sie beispielsweise vermehrt Zitrusfrüchte sowie ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Gemüse und Obst in Ihren Speiseplan integrieren, denn sie fördern die Produktion des natürlichen Speichels.

Leide ich an Mundgeruch?

Um herauszufinden, ob Ihr Atem schlecht riecht, gibt es mehrere Möglichkeiten der Selbsttestung:

  • Speicheltest: Dafür geben Sie einige große Tropfen Ihres Speichels in ein kleines Glas und decken dieses daraufhin zu. Nach fünf Minuten daran riechen.
  • Luftbeuteltest: Dafür atmen Sie in einen Beutel ohne Eigengeruch und halten ihn gut zu, öffnen ihn kurze Zeit später in einem gut gelüfteten Raum und riechen daran.
  • Handgelenktest: Dafür reinigen Sie Ihr Handgelenk mit Wasser und lecken dann mit der Zunge einmal darüber. Nach ca. einer halben Minute daran riechen.

Ob Sie an Halitosis leiden, können Sie auch beim Hausarzt professionell mit einer sogenannten Gaschromatographie (Analyse der Atemluft) testen lassen.

Was Sie selbst gegen Mundgeruch tun können:

  • Putzen Sie sich zweimal täglich die gründlich die Zähne, möglichst auch nach dem Essen, und verwenden Sie einmal täglich Zahnseide
  • Reinigen Sie täglich Ihre Zunge, um Bakterien zu beseitigen
  • Ernähren Sie sich ballaststoffreich und trinken Sie ausreichend Wasser
  • Beschränken Sie den Konsum von Zucker, Alkohol und Zigaretten
  • Verwenden Sie eine Mundspülung
  • Beugen Sie Mundtrockenheit vor, indem Sie durch die Nase atmen und die Speichelproduktion anregen, etwa durch gründliches Kauen, den Verzehr von Zitrusfrüchten etc.