Private Krankenversicherung
Vergleich, Test, Kosten, Empfehlung

Eine private Krankenversicherung (PKV) geht weit über das Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus und bietet eine umfangreichere, genauere und individuellere medizinische Versorgung. Kurze Wartezeiten, Erstattung hochwertiger Zahnersatzleistungen und eine Chefarztbehandlung sind nur einige von vielen Vorteilen, die privat versicherte Patienten genießen.

Folgende Personengruppen können eine private Krankenversicherung abschließen:

Wichtige Hinweise zum Abschluss einer PKV

Der Leistungsumfang innerhalb des Versicherungsvertrages kann vom Patienten selbst individuell gestaltet und auf seine Bedürfnisse angepasst werden. Wer beispielsweise Wert auf eine stationäre Unterbringung in einem Einbettzimmer legt, kann das in seinen Tarif integrieren.

Neben zusätzlichen Diagnose- und Behandlungsmethoden kommen privat versicherten Patienten hervorragende medizinische Produkte und eine intensivere ärztliche Betreuung zugute.

Der Patient kann das Preis-/Leistungsverhältnis durch eigenständige Gestaltung des Tarifs mitgestalten und somit den Vertrag seinen persönlichen und medizinischen Bedürfnissen anpassen.

Die Selbstbeteiligung des Versicherten variiert je nach Vertrag und gibt an, bis zu welchem Rechnungsbetrag die Kosten erstattet werden. Grundsätzlich gilt, dass sich durch eine höhere Selbstbeteiligung Kosten für Arztbesuche sparen lassen. Das heißt, vor allem junge, gesunde Patienten, bei denen seltene Arztbesuche absehbar sind, sollten einen Vertrag mit hoher Selbstbeteiligung wählen.

Aber Vorsicht: Zu hoch sollte sie auch nicht ausfallen, da der Arbeitgeber sich zwar an den Kosten des Versicherungsbeitrages beteiligt, nicht jedoch an den Kosten der Selbstbeteiligung.

Die Beitragshöhe wird im Wesentlichen vom Alter und Gesundheitszustand des Patienten bestimmt. Hier gilt deshalb der Grundsatz: Je früher der Vertrag im gesunden Zustand abgeschlossen wird, desto niedriger sind die Beitragskosten.

PKV-Leistungen im Überblick

Zahnmedizinische Behandlung

Zahnärztliche Behandlungen treffen früher oder später jeden Menschen. Besonders im fortgeschrittenen Alter sind die meisten Patienten auf Zahnersatz angewiesen, der oft hohe Kosten verursacht und im Falle einer gesetzlichen Versicherung zum Großteil vom Patienten selbst getragen werden muss. Leistungsstarke private Tarife erstatten teure Behandlungen und hochwertigen Zahnersatz zu 80 bis 100 %, oft sogar dann, wenn der Zahnarzt einen höheren als den 3,5-fachen Satz verlangt.

Wichtig ist die Beachtung der sogenannten Zahnstaffel. Sie gibt die Höchstsumme der zu erstattenden zahnmedizinischen Leistungen an und fällt in den ersten Jahren noch um einiges geringer aus. Darum gilt auch hier: Je früher die Versicherung abgeschlossen wird, desto mehr Kosten können langfristig gespart werden.

Ambulante Behandlung

Sowohl für fachärztliche als auch gemeinärztliche ambulante Behandlungen werden von den meisten privaten Versicherern 100 % der Leistungen übernommen. Das schließt in den meisten Fällen die komplette Erstattung aller rezeptpflichtigen Medikamente und die anteilige Bezuschussung von Sehhilfen mit ein.

Aber Vorsicht: Manche Tarife erstatten nur dann in vollem Umfang, wenn die Behandlung beim Facharzt vorher durch Überweisung des Hausarztes veranlasst wurde. Außerdem unterscheiden sich die Tarife in der Erstattung des jeweiligen Arzthonorars. Übersteigt diese den 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte, kann es sein, dass die Erstattung nicht im vollen Umfang geleistet wird. Das sollte bei der Tarifwahl dringend berücksichtigt werden.

Stationäre Behandlung

Bei mehrtägigem Krankenhausaufenthalt bietet die private Krankenversicherung ebenfalls große Vorteile. Sie können Ihre Behandlung von einem Spezialisten oder vom Chefarzt durchführen lassen. Da diese oft einen Abrechnungssatz von 3,5 oder höher fordern, sollten Sie hier sichergehen, dass Ihr Tarif auch diese höheren Sätze abdeckt. Weiterhin kann ein Einbettzimmer für mehr Ruhe in Anspruch genommen werden.

Rückerstattung der Beiträge

Werden für einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen vom Versicherten in Anspruch genommen, können – abhängig vom Tarif – Beiträge auch zu einem Teil zurückgezahlt werden. Hier wird zwischen garantierten und variablen Beitragsrückerstattungen unterschieden. Garantierte Erstattungen sind feststehend, variable Erstattungen ändern sich je nach Geschäftsergebnis der Versicherungsgesellschaft.
In manchen Tarifen wird auch ein gesunder Lebensstil belohnt. So wird etwa bei regelmäßiger sportlicher Betätigung oder Halten des Normalgewichts ein Bonus ausgezahlt.

Krankentagegeld

Bei längerer Krankheit verlieren viele Patienten ihr Einkommen. Die gesetzliche Lohnfortzahlung für Arbeitnehmer gilt nur für bis zu sechs Wochen. Hier schafft das tariflich gezahlte Krankentagegeld einen Ausgleich.

Besonders für Freiberufler und Selbstständige spielt das Krankentagegeld eine existenzielle Rolle, da sie keine gesetzliche Lohnfortzahlung erhalten.