Zahnkronen



Wissenswertes über Zahnkronen: Vollkeramik, Verblendkrone oder Gold?

Natürliche Zahnkrone

Der obere, im Mund sichtbare Anteil eines Zahns wird als natürliche Zahnkrone bezeichnet. Diese besteht äußerlich aus dem Zahnschmelz, gefolgt vom weiter innen liegenden Dentin.

Ist die natürliche Krone großflächig zerstört – z.B. durch fortschreitende Karies –, kann der Defekt nicht mehr mit einer einfachen Füllung therapiert werden. Dies würde zu Instabilität und geringer Widerstandskraft der Krone gegen den Kaudruck führen. Die Füllung wäre schon nach kurzer Zeit unzureichend, und der Zahn würde durch die ständige Belastung weiter geschädigt werden. Deshalb ist die Versorgung des Zahnes mit einer künstlichen Krone notwendig.

Teleskopprothese

Bei einer künstlichen Krone handelt es sich um eine Art Kappe, die über den geschädigten Zahn gestülpt wird und damit die ehemalige natürliche Krone ummantelt. Der Zahn wird so vor weiteren schädlichen Umwelteinflüssen geschützt, die korrekte Verzahnung und Kaufunktion wird wiederhergestellt.

Muss die gesamte Zahnschmelzschicht ersetzt werden, spricht man von einer Vollkrone oder Hülsenkrone; wird nur ein kleinerer Teil ersetzt, handelt es sich um eine Teilkrone. Die sogenannten EinlagefüllungenInlays, Onlays oder Overlays – ersetzen nur einzelne Flächen der Zahnkrone. Die Übergänge zur Teilkrone sind jedoch fließend.

Obwohl eine künstliche Zahnkrone kein Zahnersatz im eigentlichen Wortsinne ist, sondern vielmehr eine Maßnahme zum Zahnerhalt, wird der Begriff aus historischen Gründen hier dennoch verwendet.

Kronenarten

Zahnkronen lassen sich nach unterschiedlichen Aspekten gliedern. Betrachtet man das Material, lassen sich Metallkronen, Vollkeramikkronen und Verblendkronen unterscheiden. Im Hinblick auf die Größe der zu ersetzenden Fläche des Zahnes lässt sich eine Einteilung nach Vollkronen und Teilkronen vornehmen. Jede Kronenart weist Unterschiede in der Art der Herstellung, der Stabilität, der Ästhetik und der Haltbarkeit auf.

1. Metallkrone

Vollgusskrone / Metallkrone

2. Vollkeramikkrone

Vollkeramikkrone

3. Verblendkrone

Zahnkrone verblendet

4. Goldkrone

Goldkrone

Eine besondere Kronenart stellt die sogenannte Stiftkrone dar, die auch als wurzelstiftverankerte Krone oder einfach als Stiftzahn bezeichnet wird.

Es handelt sich dabei um eine Krone, die auf einem in die Wurzel eingebrachten Stiel oder Stift befestigt wird. Dadurch lassen sich auch sehr stark beschädigte Zähne, die nur noch einen kleinen oder gar keinen Teil ihrer natürlichen Krone besitzen, mit einer Krone versorgen. Der Stift wird im Wurzelkanal verankert. Damit ist vorausgesetzt, dass der Zahn bereits wurzelbehandelt wurde, die Wurzel noch intakt ist und eine ausreichende Stabilität aufweist.

Stiftzahn

Mehr Informationen zu den einzelnen Kronenarten finden Sie in den jeweiligen Abschnitten.

Wann muss eine Krone eingesetzt werden?

Es gibt viele unterschiedliche Situationen, die eine Kronenversorgung notwendig machen. Die häufigsten Indikationen sind:

  • starker kariöser Befall und in der Folge Schädigung der Zahnkrone
  • durch einen Unfall verlorengegangene Zahnsubstanz
  • Abnutzung durch »Abkauen« der Zahnoberfläche
  • Entwicklungsstörungen in der Zahnanlage
  • Schaffung von Stütz- und Halteelementen – z.B. Teleskopen – für die sichere Befestigung einer Prothese
  • Form-Anomalien der Zähne, die ästhetisch korrigiert werden sollen

Was spricht gegen das Einsetzen einer Krone?

Folgende Situationen sprechen gegen das Einsetzen einer Krone:

  • Zahnschäden mit nur geringer Ausdehnung, die noch mit einer Füllungstherapie behandelt werden können
  • Zahnschäden bei Kindern und Jugendlichen: Hier werden vorrangig sogenannte Konfektionskronen im Milchgebiss oder provisorische Kronen im bleibenden Gebiss verwendet.
  • mangelhafte Mundhygiene und Zahnpflege des Patienten

Wie läuft die Behandlung ab?

Damit eine Krone auf dem zu behandelnden Zahn befestigt werden kann, muss dieser zuerst präpariert werden, indem er beschliffen wird. Dabei muss auch ein nicht geringer Anteil gesunder Zahnsubstanz mit abgetragen werden, damit ein fester Halt für die spätere Krone sichergestellt werden kann. Das Präparieren erfolgt schmerzfrei unter lokaler Betäubung.

Im nächsten Schritt wird der präparierte Zahnstumpf abgeformt und der Abdruck vom Zahntechniker genutzt, um daraus im Zahnlabor ein Modell herzustellen. Auf diesem wird dann die Krone angefertigt. Dieser Prozess kann einige Tage dauern. Zur Überbrückung der Wartezeit bis zum Eingliedern des endgültigen Zahnersatzes wird ein Provisorium aus Kunststoff auf dem Zahnstumpf aufgebracht. Dieses schützt den Zahn vor äußeren Reizen. Außerdem sind Ästhetik und die korrekte Bisslage vorerst wiederhergestellt.

Ist die Krone fertiggestellt, werden Sie von Ihrem Zahnarzt zu einem neuen Termin bestellt. Nun wird die fertige Krone unter erneuter lokaler Betäubung fest eingesetzt.